Saša Stanišić im Interview "Manche Dinge würde ich lieber vergessen"

Floh als 14-Jähriger mit seiner Familie vor dem Krieg in Jugoslawien nach Heidelberg: Saša Stanišić.

(Foto: Katja Sämann)

Der Schriftsteller Saša Stanišić erzählt, wie er als Kind zum Flüchtling wurde, wie schwierig die Ankunft in Deutschland war und wie sich das auf sein Schreiben ausgewirkt hat.

Interview von Karin Janker

Am Vorabend des Interviews liest Saša Stanišić im Münchner Literaturhaus aus seinem neuen Buch "Herkunft". Seine Lesungen, reich an Pointen, bringen das Publikum regelmäßig zum Lachen. Diesmal aber muss Stanišić einmal Tränen runterschlucken, die seine Stimme brüchig machen. "So ist es, wenn man mit Erinnerung arbeitet", sagt er, "irgendwann erwischt sie dich."

SZ: Herr Stanišić, gestern Abend auf der Bühne mussten Sie sich kurz sammeln. Sie sagten, die Erinnerung habe Sie "erwischt". Wie schützt man sich beim Schreiben davor, ...

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