Schönheits-OPs Generation Botox

Die Akzeptanz wächst

Mama würde sich gerne ihre Nase richten und den Bauch straffen lassen. Nur: Wie erklärt sie derlei ihren Kindern? Weder bei den Brüdern Grimm noch bei Astrid Lindgren wird das Thema plastische Chirurgie kindgerecht (und positiv!) behandelt. Schönheitschirurg Michael Salzhauer aus Bel Harbour, Florida, hat sich da was ausgedacht: Sein Buch "Meine schöne Mama" (My Beautiful Mommy) ist eine comicbunte Fibel, die schon Kindern Lust auf den OP-Tisch macht. "Mama", so ruft das kleine Mädchen als die Mutter aus der Klinik zurückkehrt, "du bist der schönste Schmetterling auf der Welt."

Kritik, dass das pädagogisch völlig in die Hose geht, lässt Salzhauer nicht gelten. "Die Absicht ist es, Eltern, die durch diesen Prozess gehen, etwas an die Hand zu geben, um es ihren Kindern zu erklären." Die Schönheits-OP gehört immer mehr zum Alltag: Dem Gesundheitsausschuss des Bundestages zufolge lassen Deutsche heute 520000 ästhetische Eingriffe pro Jahr an sich vornehmen. Platon nannte das Fleisch den Kerker der Seele. Aber wer ist schon Platon?