Proteste in Österreich:Darf geschächtet werden?

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Deutschland

In Deutschland verbietet das Tierschutzgesetz in Paragraf 4 das Töten eines Wirbeltiers ohne Betäubung - außer etwa durch die Jagd. Allerdings haben die zuständigen Behörden die Möglichkeit, Ausnahmegenehmigungen für das Schächten zu erteilen. Geschächtet werden darf, wenn die Methode erforderlich ist, um "den Bedürfnissen von Angehörigen bestimmter Religionsgemeinschaften im Geltungsbereich dieses Gesetzes zu entsprechen, denen zwingende Vorschriften ihrer Religionsgemeinschaft das Schächten vorschreiben oder den Genuss von Fleisch nicht geschächteter Tiere untersagen".

Ausnahmegenehmigungen werden nur für sachkundige Personen erteilt, die auf einem registrierten Schlachthof arbeiten. Der Ablauf muss durch das Veterinäramt überwacht werden und das Fleisch darf ausschließlich Mitgliedern der betroffenen Glaubensgemeinschaften überlassen werden.

Österreich

Schlachttiere dürfen nur ohne vorausgehende Betäubung getötet werden, wenn dies wegen "zwingender religiöser Gebote oder Verbote einer gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaft notwendig ist" und die eine entsprechende behördliche Bewilligung erteilt worden ist. Das ist nur möglich, wenn sichergestellt ist, dass ausgewiesene Fachleute schlachten, ein Tierarzt anwesend ist und "die Tiere unmittelbar nach dem Eröffnen der Blutgefäße wirksam betäubt werden".

Dieses Vorgehen wird als "post-stunnig-cut" bezeichnet. Es wird allerdings von manchen strenggläubigen Muslimen und Juden nicht als korrekte Schächtung akzeptiert.

Und was sagen Tierschützer?

Für den Deutschen Tierschutzbund ist Schlachten ohne Betäubung Tierquälerei. Daher fordert der Verband schon seit Jahren, die in Deutschland geltenden Ausnahmegenehmigungen abzuschaffen. "Wenn Tiere betäubunglos geschlachtet werden, leiden sie deutlich stärker. Für sie ist es ein Todeskampf. Das ist heute nicht mehr zeitgemäß, weil es Alternativen gibt", sagt ein Sprecher des Verbands. Ziel müsse es sein, das Leid der Tiere beim Schlachten durch Betäubung so weit wie möglich zu verringern.

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