Pflege: Fehlende Fachkräfte:Wer pflegt die Alten?

Lesezeit: 1 min

Die Fachkräfte werden knapp: Statistiker erwarten einen massiven Personalmangel bei der Betreuung alter und kranker Menschen. Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler sucht nach Lösungen.

Immer mehr Alte und immer weniger Menschen, die sie pflegen: Der Personalmangel in der Alten- und Krankenpflege in Deutschland wird sich in der nahen Zukunft dramatisch verschärfen.

Jung und Alt

Die Jungen pflegen die Alten? Nicht mehr lange. Der demografische Wandel in Deutschland führt zu einem Fachkräftemangel.

(Foto: iStockphoto/Anne de Haas)

Nach Modellrechnungen des Statistischen Bundesamtes und des Bundesinstituts für Berufsbildung führt der demografische Wandel zu einem Engpass beim Pflegepersonal: Danach werden im Jahr 2025 rund 152.000 Beschäftigte in Pflegeberufen fehlen, um die dann zu erwartende Zahl an Krankenhauspatienten und Pflegebedürftigen versorgen zu können.

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hat unterdessen die Arbeitgeber in der Pflegebranche aufgerufen, ihre Mitarbeiter besser zu entlohnen. "Wer gute Mitarbeiter sucht, kommt nicht weit, wenn er nur den Mindestlohn zahlt", sagte er dem Berliner Tagesspiegel am Montag. Rösler will an diesem Dienstag mit Verbandsvertretern und weiteren Fachleuten über den Fachkräftemangel in der Pflege sprechen. Es handle sich um ein Dialoggespräch, das bewusst kein "Pflegegipfel" sei, so ein Ministeriumssprecher.

Bei einem ähnlichen Gespräch im nächsten Jahr wolle Rösler auch die weitere Finanzierung der Pflegeversicherung erörtern. Diese Frage spiele derzeit aber keine Rolle. Der Deutsche Pflegerat bewertete das anstehende Gespräch als wichtigen Meilenstein. Präsident Andreas Westerfellhaus bezeichnete den Fachkräftemangel als "drängendes Problem". Deshalb sei er zufrieden, dass das Bundesgesundheitsministerium mit Experten über die Krise der Pflegeberufe spreche. Außer den Fragen der Nachwuchsgewinnung müssten die Arbeitssituation und Weiterentwicklung der Pflegeberufe Bestandteile des Gesprächs sein.

Auch die Krankenkassen begrüßten das geplante Gespräch. "Damit es in Zukunft keinen Fachkräftemangel in der Pflege gibt, müssen heute die notwendigen Schritte eingeleitet werden", sagte der Vorstand des GKV-Spitzenverbandes, Gernot Kiefer. Notwendig seien mehr Ausbildungskapazitäten und bessere Rahmenbedingungen, damit die Pflegekräfte ihren Beruf länger ausüben könnten.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema