Multiple Sklerose:Wie das Klettern hilft

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Die Gruppe als Teil des Kuratoriums für Prävention und Rehabilitation an der TU München erhielt dabei aus den Händen von Fernsehmoderatorin Nina Ruge eine Spende in Höhe von 2500 Euro. Damit wollen die Kletterer neue Materialien wie Seile und Sicherungsgeräte kaufen. Außerdem soll etwas von dem Geld beiseite gelegt werden, um im Sommer zu Klettergärten in die Natur zu fahren.

Am Fuße der über zehn Meter hohen Wand im Olympiazentrum wartet derweil Sebastian Born schon unruhig, bevor er losdarf. Born ist einer der fortgeschrittenen Kletterer in der Gruppe, muss sich aber wie alle anderen in das Top-Rope-Seil einhängen - "Top Rope" heißt, immer per Überlaufkarabiner von oben gesichert. Bei gespanntem Seil kann Betreuerin Kern, die unten steht, einen Kletterer dabei ein bisschen mit hochziehen. "Aber das will ich nicht", betont Born, er will die Wand ohne Hilfe erklimmen, was er in kurzer Zeit schafft.

"Ich kann nicht genug kriegen"

Kaum wieder am Boden angekommen, sieht er sich schon die nächste Route an. Sein Auge fällt auf eine überhängende Wand, an der vom Sportler neben Technik auch jede Menge Kraft gefordert ist. "Ich kann nicht genug kriegen", meint der 39-Jährige stolz, neben dem Klettern einmal in der Woche gehe er alle zwei Tage ins Fitnessstudio. Was der gelernte Elektriker, der im Jahr 1995 gewerbsunfähig wurde, mit Hanteln und Geräten aber nicht trainieren könne, seien "motorische Dinge, Kontrolle über seine Muskeln und vor allem Koordination". Und außerdem: Gemeinsames Klettern in der Gruppe mache "einfach Spaß."

Das findet auch Anja Rodemann. "Es klingt cooler, wenn ich sagen kann, ich gehe zum Klettern, und nicht zur Krankengymnastik." Seit Beginn des Projekts habe sich der Alltag der Qualitätsmanagerin deutlich verbessert. "Irgendwann habe ich mich dann dabei ertappt, wie ich mir die Hosen im Stehen angezogen habe", sagt Rodemann und lacht. Davor war das für die 42-Jährige nur im Sitzen oder an eine Wand gelehnt denkbar.

Die Kletterer von "MS on the Rocks" treffen sich samstags von 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr in der Leichtathletik-Halle des Zentralen Hochschulsports (ZHS) auf dem Olympiagelände. Weitere Informationen unter www.ms-ontherocks.de

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