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Playboy-Chef Hugh Hefner wird 85:Der Letzte seiner Art

Die Ära der Playboys geht zu Ende: Gunter Sachs sammelt lieber Kunst als Mädchen und Rolf Eden hüpft wie ein gelifteter Archäopteryx im Hühnerstall herum. Wie gut, dass es noch Hugh Hefner gibt.

Die Diva und der Playboy sind Seelenverwandte; sie teilen das Schicksal, aus der Zeit gefallen zu sein und zu einer aussterbenden Gattung von großen Exzentrikern zu gehören. Gerade hat sich die letzte Hollywood-Diva Liz Taylor verabschiedet, eine Ikone des 20. Jahrhunderts, die nun im Pantheon der Stars einen Ehrenplatz einnimmt.

Playboy-Chef Hugh Hefner wird 85

Der Herr der Hasen

Auch die Ära der Playboys nähert sich ihrem bittersüßen Ende, das Rollenbild des galanten Draufgängers, der das Leben, die Frauen, schnelle Autos und den Luxus genießen kann, ist ins Wanken geraten. Aus Playboys sind Ex-Playboys geworden, in Deutschland zumindest: Gunter Sachs sammelt lieber Kunstwerke als Mädchen, während die Berliner Ausgabe des amourösen Alten, Rolf Eden, auf Hauptstadtpartys wie ein gelifteter Archäopteryx im Hühnerstall herumhüpft.

Wie gut, dass es wenigstens noch Hugh Hefner gibt. Ihn kann man guten Gewissens als letzten Playboy bezeichnen, sofern man nicht dem windigeren Silvio Berlusconi diesen Ehrentitel verleihen möchte (lieber nicht, denn wer so viel über seine Potenz redet, hat ein Problem).

Hefner also: Der Mann feiert an diesem Samstag seinen 85. Geburtstag. Vielleicht wird er in Los Angeles mit seinen Getreuen zum Essen gehen, doch weil er sehr ungern das Haus verlässt, ist es wahrscheinlich, dass er in seiner Playboy Mansion in Beverly Hills bleibt, den weinroten Hausmantel und die Pantoffeln anzieht und sich eine Extradosis Viagra genehmigt.

Ganz sicher wird mit Hefner auch der Hausmantel aus der Geschichte verschwinden. Sein Vermögen dürfte dagegen in faltenfreie Hände übergehen: Die vollblonde Anwärterin heißt Crystal Harris, ist 24 Jahre alt und die wohl letzte einer langen Reihe von Hefner-Gespielinnen, die sich in der 29-Zimmer-Villa ihres Gönners gegenseitig das Bett streitig machten.

Harris hat das große Los gezogen: Die Hochzeit soll am 18. Juni stattfinden. Es heißt, der greise Playboy-Gründer habe auf einen Ehevertrag verzichtet, "um die Romantik nicht zu stören" - sicherheitshalber lag ein 3,5-Karat-Diamant an Weihnachten unterm Christbaum, verpackt in einer Schatulle in Form der Disney-Meerjungfrau Arielle.

Die Abdankung des vor allem von Männern bewunderten Frauenverführers ist also beschlossene Sache. Vielleicht ist es besser so: Der Mann, der aus dem Playboy-Magazin ein Imperium machte und Millionen mit seiner Marke verdiente, hört auch nicht mehr gut, wenn man ihn nach seinen sexuellen Höchstleistungen fragt - mit mehr als zwölf Mädchen auf einmal hat er nach eigenen Angaben nie geschlafen. Man muss in sein linkes Ohr brüllen, wenn man eine Antwort will; dann allerdings sollte man auf Hefners Geistesgegenwart gefasst sein.

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