Glücksatlas der Deutschen Post:Wer toleranter ist, lebt glücklicher

  • Wo leben die glücklichsten, wo die unglücklichsten Deutschen? Das zeigt der Glücksatlas, den die Deutsche Post jährlich herausgibt.
  • Untersucht wurde auch der Einfluss der kulturellen Vielfalt auf die persönliche Lebenszufriedenheit. Hierbei zeigt sich: Toleranz macht glücklich.
  • Allerdings gibt es auffällige Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland.

Die Nachrichtenlage in Deutschland veranlasst nicht gerade zu Jubelsprüngen - und trotzdem besagt der Glücksatlas, den die Deutsche Post jährlich herausgibt, dass die Deutschen so glücklich sind wie zuletzt 2001. Wie passt das zusammen? Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss, dass die gute Beschäftigungslage und der Anstieg der Reallöhne die Hauptgründe sind. Allerdings gibt es bei der Zufriedenheit auffällige Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland.

Auf einer Skala von 0 bis 10 ist die subjektive Lebenszufriedenheit demnach 2016 auf 7,11 Punkte angestiegen. Die Marke liegt damit höher als 2015 (7,02) und ist der Spitzenwert seit Beginn der Glücksatlas-Erhebung im Jahr 2001.

Hier leben die glücklichsten Deutschen

Seit Jahren führt eine Region das Glücksranking an: In Schleswig-Holstein sollen die zufriedensten Deutschen leben. Franken belegt zum ersten Mal den zweiten Platz, dicht gefolgt von Niedersachsen/Nordsee. Baden und Hessen liegen auf Platz 4 und 5 vor Hamburg. Die Regionen Nordrhein/Köln und Thüringen holen auf. Abgeschlagen auf dem unglücklichen letzten Platz hingegen liegt Mecklenburg-Vorpommern. Ingesamt sind vor allem die Westdeutschen glücklicher geworden.

Der Glücksatlas wertet aber nicht nur nach den regionalen Unterschieden aus, sondern untersucht auch den Einfluss von kultureller Vielfalt auf die Lebenszufriedenheit. Demnach zeigt sich, dass Menschen umso zufriedener sind, je mehr sie mit kultureller Offenheit und Toleranz durchs Leben gehen. Eine Schlüsselerklärung sei der persönliche Kontakt zu Einwanderern, so die Autoren der Studie.

In diesem Zusammenhang stehen Zufriedenheit und Toleranz

65 Prozent der Befragten empfinden Einwanderung als persönliche Bereicherung. Das Zusammenleben zwischen Einheimischen und Migranten wird im Westen (54 Prozent) besser bewertet, als im Osten (35 Prozent). Generell sind die Ostdeutschen skeptischer als die Westdeutschen: Während 70 Prozent der Westdeutschen es gut finden, dass Deutschland durch die Einwanderung vielfältiger wird, sind es im Osten nur 56 Prozent. Auch hier ist der persönliche Kontakt ausschlaggebend: 88 Prozent der Westdeutschen geben an, persönlich Kontakt zu Menschen zu haben, die nicht in Deutschland geboren wurden. Bei den Ostdeutschen sind es nur 62 Prozent.

"Wenn wir in Sachen Offenheit und Toleranz weiterkommen wollen, sollten wir alles daran setzen, den Kontakt zwischen Einwanderern und Einheimischen zu verbessern - am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft und in der Schule", sagte Deutsche-Post-Vorstand Jürgen Gerdes.

© SZ.de/jana /olkl
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