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Bio-Lebensmittel:Kunst in der Metzgerei

Inzwischen ist Karl Ludwig Schweisfurth 79 Jahre alt. Der Senior schaut noch manchmal auf dem Hof vorbei, und vieles hier lässt seine Handschrift erkennen. Dass Skulpturen neben den Geräteschuppen stehen und großformatige Bilder überall auf dem Hof verteilt hängen, all das hat er veranlasst. Kunststudenten aus München haben in Herrmannsdorf gearbeitet und ließen einige ihrer Werke da. "Es ist wie im Museum hier", sagt ein Metzger.

Herr im Haus ist heute Sohn Karl Schweisfurth, der 50-Jährige hat die Geschäfte in Herrmannsdorf 1996 übernommen. Mittlerweile ist der Traum vom rentablen Ökohof wahr geworden: Auf dem Gelände entstanden neben der Schweinezucht auch eine Metzgerei, eine Käserei, ein Gasthof, eine Brauerei, eine Mühle und eine Natursauerteig-Bäckerei. Herstellung und Verkauf der Produkte auf dem Hof und in den Filialen von Herrmannsdorfer geben rund 180 Leuten Arbeit.

Draußen auf den Weiden rund um Herrmannsdorf wühlen Schweine nach Würmern. Sie haben schwarze Flecken auf der rosa Haut und stupsen Besucher interessiert mit dem Rüssel an.

Nach gut einem Lebensjahr sind sie schlachtreif. Als der Senior, Karl Ludwig Schweisfurth, mit der Schweinehaltung anfing, gab es noch keine Bioschweine. Er fing an, eine alte und damals fast ausgestorbene Art zu züchten: Schwäbisch-Hällische Landschweine.

Fast vergessene Rassen

Sohn Karl Schweisfurth versucht gerade wieder, fast vergessene Rassen so weiterzuentwickeln, dass deren Haltung rentabel ist. Gerade geht es um Hühner - am Ende soll eine Zwei-Nutzungs-Rasse bei dem Projekt herauskommen.

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