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Beziehungs-Serie "Reden wir über Liebe":Kochen ohne Streit - wie geht das?

SZ: Leben Sie privat eher nebeneinander her als miteinander?

Eisele: Keineswegs. Wir schaffen uns bewusst gemeinsame Ziele. Wir machen aus Plänen Projekte, etwa der Umbau des Hauses oder eine Reise. Wir reisen gern, unternehmen viel mit Freunden. Man sollte immer etwas vorhaben, damit der Alltag nicht langweilig wird.

SZ: Sie kochen sogar gemeinsam, ohne sich zu streiten, wie Zwiebeln geschnitten werden und wieviel Sahne hineindarf. Wie geht das?

Kuberg: Mein Mann ist eher für Fleisch zuständig, ich für Salat und Gemüse. Je nachdem, was es gibt, hat dann einer das Sagen - und der andere mischt sich nicht ein.

SZ: Und wenn es in der Firma mal schlecht läuft - leidet die Ehe mit?

Eisele: Wenn man Sorgen hat, belastet das die Beziehung natürlich. Es sind ja gemeinsame Sorgen, die nicht nur einen betreffen. Andererseits ist das Verständnis füreinander größer, wenn etwa Aufträge wegbrechen. Man trägt die Probleme nicht alleine mit sich herum, kann sich austauschen und sich gegenseitig Sicherheit geben - das schweißt zusammen.

SZ: Entsteht durch die extreme Nähe in Alltag und Beruf nicht auch eine Abhängigkeit, die eine Trennung irgendwann unvorstellbar macht?

Eisele: Wir haben immer versucht, paritätisch zu handeln. Als Freiberufler hätten wir jederzeit separat weitermachen können. Das gibt einem die Stärke und die Gewissheit, dass man es auch alleine schaffen kann. Aber dass wir ohne den anderen auskommen müssen - so würden wir heute gar nicht mehr denken.

SZ: Tochter und Sohn sind inzwischen erwachsen, leben in anderen Teilen Deutschlands. Wie war das, als Sie wieder auf sich als Paar zurückgeworfen wurden?

Kuberg: Wie ein zweiter Frühling. Als die Kinder aus dem Haus waren, haben wir uns neu definiert. Schon als sie kleiner waren, haben wir das immer wieder ausprobiert, etwa indem wir bei Messebesuchen ein paar Tage drangehängt haben. So haben wir gemerkt, dass wir auch als Paar funktionieren.

SZ: Was verstehen Sie unter wahrer Liebe?

Kuberg: Manche Dinge werden wichtiger im Alter, andere treten zurück. Dann ist es schön, wenn der Partner sich neu bewährt, man sich auf ihn verlassen kann. Wenn man den anderen mit Freude betrachtet und durch eine Herausforderung die Rollen neu belebt werden. Es gibt immer etwas, das mich an Frank beglückt - weil er mich in vielen Bereichen überrascht. Für mich war bisher alles dabei, was ich mir wünsche.

Eisele: Eine Ehe ist wie ein Projekt, da entstehen Veränderungen. Man eignet sich andere Sichtweisen an, geht neuen Interessen nach. Nicht immer ist man mit der Entwicklung des anderen einverstanden. Man muss bereit sein, weiter an der Beziehung zu arbeiten. Liebe ist ein Organismus, den muss man leben und beleben. Das ist uns gelungen, denke ich.

© SZ.de/olkl/feko/rus

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