Monaco: Böse Gerüchte:In guten wie in schlechten Tagen

Kaum ist das große Freudenfest vorbei, könnte dem monegassischen Fürstenhaus bereits der nächste Skandal drohen: Medienberichten zufolge muss sich Albert medizinisch testen lassen - es geht um weiteren nichtehelichen Nachwuchs des Fürsten.

Das große Fest ist kaum vorbei, da bekommt die Euphorie über die Vermählung von Albert II. und Charlene Wittstock schon den ersten kräftigen Dämpfer: Wie britische und französische, seriöse und weniger seriöse Zeitungen einstimmig berichten, muss sich der Monegassen-Fürst - wieder einmal - einem Vaterschaftstest unterziehen.

Ohnehin gibt es kaum einen Tag, da die Bewohner des Fürstentums von Gerüchten um das Privatleben ihrer Regenten verschont blieben. Noch in der Woche vor dem großen Ereignis überschlug sich der Klatsch förmlich: Das Paar habe sich gestritten, hieß es, von angeblichen Plänen Charlenes, nach Südafrika zu fliehen war die Rede - und von einem angeblichen dritten und gar vierten nichtehelichen Kind des Fürsten.

Der 53 Jahre alte Sohn Grace Kellys beichtete schon vor gut fünf Jahren öffentlich die Existenz von Jazmine Grace, 19, und Alexandre, 7. Die Kinder stammen aus Beziehungen Alberts zu einer Stewardess und einer Kellnerin. Mit der Anerkennung der Vaterschaft dürfen Alberts Tochter und Sohn zwar zivile Erbansprüche geltend machen - der Weg auf den monegassischen Thron aber bleibt ihnen verwehrt. Sowohl Jazmine als auch Alexandre blieben demzufolge auch den Hochzeitsfeierlichkeiten fern - den Veranstaltern dürfte das Risiko schlechter Presse an einem solchen Tag, der ganz und gar guten Nachrichten gewidmet sein sollte, zu groß gewesen sein.

Für den künftigen Thronfolger und damit den Fortbestand der ältesten Regentendynastie Europas zu sorgen: Dieser großen Erwartung muss nun Charlene Lynette Grimaldi, Fürstin von Monaco, gerecht werden.

Tränen - der Rührung?

Viele Beobachter lasen die Last dieser Erwartungen im unbewegten und ernsten Gesicht der Braut, die am Samstag vor den Traualtar trat. Kaum ein Lächeln, keine Tränen, registrierten die Monegassen nervös. Dabei hatten sie sich doch so nach einer Zurschaustellung des ganz großen Glücks gesehnt. Umso größer war dann die Erleichterung, als Charlene doch noch ein paar Tränen verdrückte - in der Kirche Sainte Dévote, wo sie ihren Brautstrauß der Schutzheiligen Monacos zu Füßen legte.

Doch waren es tatsächlich Tränen des Glücks - oder am Ende doch der Verzweiflung angesichts der ersten "schlechten Tage", die sich bereits ankündigten?

Die jüngsten Spekulationen über Alberts anstehenden Vaterschaftstest berufen sich zum Großteil auf einen Bericht der Nachrichtenagentur AFP. Dieser zitiert eine namentlich nicht genannte Quelle aus dem Organisationskomitee der Hochzeit. Die Gerüchte der vergangenen Woche - um einen Streit des Brautpaares und um ein drittes uneheliches Kind Alberts - seien "zu 100 Prozent wahr". Die britische Mail on Sunday zitiert einen weiteren Palastangestellten: Die erste Aufgabe von Fürstin Charlene bestünde darin, ihrem Mann beizustehen, wenn es einen öffentlichen Skandal geben sollte, so die - ebenfalls anonyme - Quelle. Dem Bericht zufolge soll der Test schon in den nächsten Tagen durchgeführt werden.

Charlenes Vater, Michael Wittstock, hatte die Gerüchte über ein Zerwürfnis zwischen Tochter und Schwiegersohn zuvor entscheiden zurück gewiesen: "Ich bin so enttäuscht, dass die Leute diesen Unsinn glauben." Die Berichte seien "Müll", sagte er.

Sollte doch ein Funken Wahrheit in den Gerüchten stecken und das monegassische Fürstenhaus eilt tatsächlich unaufhaltsam dem nächsten Skandal entgegen, müssen die DNS-Labors in Monaco allerdings wohl eine Nachtschicht einlegen: Am Dienstag schon bricht das frisch getraute Fürstenpaar nach Südafrika auf - ans Kap der guten Hoffnung.

© sueddeutsche.de/leja/jobr
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