Musikbranche:"ZZ Top"-Bassist Dusty Hill ist tot

ZZ Top: Bassist Dusty Hill

Einer der berühmtesten Bärte der Welt: ZZ-Top-Bassist Dusty Hill

(Foto: AP; Bearbeitung SZ)

Der 72-Jährige sei im Schlaf gestorben. Dies teilen die beiden anderen Bandmitglieder mit. Vor Kurzem waren sie zum ersten Mal ohne ihn aufgetreten.

Selbst wer nie einen Song von ZZ Top gehört hat, kennt diese Bärte. Billy Gibbons, der Sänger und Gitarrist, trug so einen, und Dusty Hill eben auch, lange Fransen bis auf Brusthöhe, mindestens, etwas struppig, in früheren Jahren leicht rötlich schimmernd, in den späteren Jahren eher grau. Nur der Dritte in der Band, Frank Beard, trug keinen Bart, obwohl ihn sein Name vielleicht dazu berechtigt hätte.

"Manche Leute tragen falsche Bärte zur Tarnung, das konnten wir leider nicht", sagte Dusty Hill einmal in einem Interview. "Wo ich hinging, zog ich sofort eine Menschenmenge an."

Jetzt wird man diesen Bart nie mehr auf einer Bühne sehen. Dusty Hill ist tot, gestorben zu Hause in Houston in Texas. Hill, 72, sei im Schlaf gestorben, teilten die anderen beiden Bandmitglieder auf der Website der Band mit. "Zusammen mit Legionen von ZZ Top-Fans auf der ganzen Welt werden wir Deine standhafte Präsenz, Deine Gutmütigkeit und Dein dauerhaftes Engagement vermissen", schreiben Gibbons und Beard außerdem.

Nähere Informationen zur Todesursache gab es zunächst nicht. Das Magazin Variety berichtete aber, dass Gibbons und Beard in den vergangenen Wochen zum ersten Mal in einem halben Jahrhundert Bandgeschichte ohne Hill aufgetreten war. Demnach war Hill offiziell wegen einer Behandlung an der Hüfte ausgefallen und wurde durch Elwood Francis ersetzt.

Ein bisschen Blues, ein bisschen Rock, ein bisschen Südstaaten-Sound, das war die Musik von ZZ Top. Die Band wurde im Sommer 1969 in Houston gegründet. Der kommerzielle Durchbruch gelang 1973 mit "Tres Hombres". Das dritte Studioalbum gilt heute als Klassiker. Sechs Alben veröffentlichen Gibbons, Hill und Beard allein in den 70er-Jahren. In Deutschland gaben sie damals vereinzelte Auftritte, in den USA absolvierten sie von 1976 bis 1977 die riesige "World Wide Texas Tour" mit fast 100 Auftritten.

Der größte Wendepunkt ihrer Karriere kam aber in den 80ern, als Gibbons erstmals mit einem damals neuen Fairlight-Synthesizer experimentierte. Nach ersten elektronischen Experimenten auf dem nur mäßig erfolgreichen "El Loco" (1981) schafften ZZ Top zwei Jahre später ein großes Album, das allerdings nicht jedem gefällt. Mit Synthesizern, Drumcomputern und Sequenzern frischten sie ihren Rock-Sound auf und veröffentlichten 1983 das kraftvolle und pulsierende Album "Eliminator". Hartgesottene Blues-Fans warfen der Gruppe Verrat vor. Doch die Verkaufszahlen geben ihnen Recht. "Eliminator" ist bis heute das kommerziell erfolgreichste Album von ZZ Top.

© SZ
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