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Zeitgeschichte in Briefen:"Plötzlich handelten Menschen von ewigem Geist wie Idioten"

„Man kann sich hier in Deutschland totdokumentieren, und die Massenmörder gehen weiter frei herum.“ Joseph Wulf (links, 1940) an Ernst Jünger.

(Foto: OH/dpa)

1962 schrieb der Historiker und Holocaust-Überlebende Joseph Wulf zum ersten Mal an Ernst Jünger. Zwölf Jahre lang korrespondierten sie - persönlich, respektvoll und manchmal ein bisschen aneinander vorbei. Bis Wulf sich das Leben nahm.

Wie passen die denn zusammen? Ernst Jünger, der 1920 das in rechtsnationalistischen Kreisen heiß begehrte Weltkriegsbuch "In Stahlgewittern" veröffentlicht und 1926 "dem nationalen Führer Adolf Hitler" gehuldigt hatte, führte mit dem jüdischen Auschwitz-Überlebenden Joseph Wulf zwölf Jahre lang einen sehr persönlich gehaltenen Briefwechsel. Beide taten das mit wechselseitigem Respekt, konfrontierten sich mit ihren gegensätzlichen Meinungen, besuchten einander viermal. Keiner verrenkte sich. Der nunmehr hervorragend edierte Briefwechsel endete nicht im Streit, sondern mit dem Tod Wulfs 1974.

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