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Wohnungsnot in Großstädten:Horror Wohnungssuche

Goldgrund-Aktion für bezahlbares Wohnen in München, 2013

Szene aus einem Sketch der Aktivisten "Goldgrund" für bezahlbares Wohnen.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Die Wohnungsnot hat die Mitte der Gesellschaft erfasst, die Miet- und Kaufpreise sind vielerorts ein Irrsinn, statt bezahlbarer Wohnungen werden Luxuslofts gebaut. Wie konnte es so weit kommen?

Von Gerhard Matzig

Die niedrige Decke scheint unheilvoll direkt auf ihren Köpfen zu ruhen. Er sitzt in dem klaustrophobischen Zimmerchen auf dem Bett und weint. Denn sie macht traurig, aber entschlossen Schluss mit ihm: "Deine Wohnung ist einfach zu klein. Sorry." Der neue Werbespot des Immobilienportals Immowelt wird auf Youtube millionenfach geklickt. Zu Recht, er definiert einen Höhepunkt der Clipkultur. Man sieht, wie sich der unglückliche junge Mann dank der Immowelt-Verheißungen neu erfindet. Etwa in palastähnlichen Penthouse-Wohnungen. Der eigens komponierte Rap dazu: "Raum ohne Ende / Mehr als vier Wände / Lass das Alte hinter dir / Die Suche hat ein Ende." Die Immobilienbranche sagt dazu: "So witzig war die Suche nach dem passenden Zuhause noch nie."

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