Zum Tod von William Goldman Meister des Kinos

William Goldman ist im Alter von 87 Jahren gestorben.

(Foto: Getty Images)

Der Drehbuchautor und Oscarpreisträger William Goldman ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Berühmt wurde er durch "Butch Cassidy and the Sundance Kid" mit Robert Redford, auch wenn Star und Autor sich später zerstritten.

Von Tobias Kniebe

Seine Zeit war das neue Starkino, als die Macht der alten Studios schon verblasste, und er hat mit den Größten seiner Epoche gearbeitet. Seine Filme wurden Klassiker, mit zwei Oscars ausgezeichnet - aber das war es nicht allein, was William Goldman wohl zum berühmtesten Drehbuchautor seiner Generation machte.

Goldman, 1931 in Chicago geboren, wollte immer mehr. Er war Romanautor, und er hat die eigenen Werke, wie "The Princess Bride" oder "Marathon Man", erst danach fürs Kino adaptiert. Er war auch ein Beobachter und Analytiker, seine Werkstattberichte aus Hollywood wurden genauso berühmt wie seine Filme, inklusive seinem sarkastischen, nie wirklich widerlegten Mantra übers Filmgeschäft: Nobody knows anything.

Eine längere Recherche über zwei historische Western-Banditen verwandelte er Anfang der Sechziger in sein erstes Originaldrehbuch, mit dem er gleich ganz oben einstieg: "Butch Cassidy and the Sundance Kid'', gespielt von Paul Newman und Robert Redford. Das brachte ihm den ersten Oscar, und Redford, wie wir ihn heute kennen, hat er mit dieser Rolle eigentlich erst erfunden.

Goldman durfte sich wie ein Schöpfergott fühlen und tat das auch. Er schrieb noch vier weitere Redford-Figuren. Aber genau das führte am Ende auch zum Zerwürfnis mit dem Star, der sich immer als Selfmade-Amerikaner verstand. Bei der Watergate-Verfilmung "Die Unbestechlichen'' quälte er Goldman mit tausend Änderungswünschen, und in einer neuen Biografie behauptet er sogar, das finale, ebenfalls oscargekrönte Drehbuch selbst verfasst zu haben. Das konnte widerlegt werden, aber es trug auch zu der Verachtung bei, mit der Goldman in den späteren Jahren über Hollywood sprach. Ruhm und Ego, sagte er, hätten noch jeden entstellt.

Über viele Jahrzehnte war er gut im Geschäft und schrieb gefeierte Filme und Adaptionen, etwa "Misery", "Maverick" oder Clint Eastwoods "Absolute Power". Ein gesichtsloser Erfüllungsgehilfe, der sich selbst zum Verschwinden bringt, wollte er aber nie sein - auch wenn Hollywood das zunehmend forderte. So ist, als er am Freitag im Alter von 87 Jahren starb, seine Filmografie doch etwas kürzer und seine Bilanz bitterer, als es seinem Talent entsprochen hätte.