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USA:Alec Baldwin schreibt Satire-Buch über Trump

  • Baldwin tritt regelmäßig als Trump-Imitator bei der Comedy-Sendung "Saturday Night Live" auf.
  • Nun hat der Schauspieler angekündigt, ein Buch aus der Sicht des US-Präsidenten schreiben zu wollen.
  • Erscheinen soll es genau ein Jahr nach Trumps Wahlsieg.

Von Beate Wild, New Orleans

US-Schauspieler Alec Baldwin bringt seine Trump-Satire auf ein neues Level: Der Trump-Imitator schreibt ein Buch - und zwar als Donald Trump. Erscheinen soll es am 7. November, ziemlich genau ein Jahr nach der Wahl Trumps zum Präsidenten, wie der Verlag Penguin Press am Mittwoch mitteilte.

Das Werk, das er zusammen mit dem Autor Kurt Andersen schreibt, trägt den Namen "You Can't Spell America Without Me: The Really Tremendous Inside Story of My Fantastic First Year as President Donald J. Trump. A so-called parody." Zu Deutsch: "Du kannst Amerika nicht ohne mich buchstabieren: Die wirklich gewaltige Insider-Geschichte meines fantastischen ersten Jahres als Präsident Donald J. Trump. Eine sogenannte Parodie."

Dass Trump die Präsidentschaftswahl gewonnen hat, ist in den USA mindestens für den Berufsstand der Komiker und TV-Kabarettisten eine höchst erfreuliche Angelegenheit. Comedy-Programmen und Unterhaltungsformaten geht der Witze-Stoff praktisch nie aus. Und manche Sendungen - wie etwa die "Late Show" von Stephen Colbert - verzeichnen deswegen Zuschauerrekorde.

Auch die wöchentliche Satire-Sendung "Saturday Night Life" (SNL) kann sich über gute Einschaltquoten freuen, seit Baldwin dort seit etwa einem halben Jahr als Trump auftritt. Baldwin, ein überzeugter Demokrat, dachte während des Wahlkampfes noch, dass er diese Rolle nur bis zum Wahlsieg von Hillary Clinton spielen müsse. Doch nach dem überraschenden Wahlausgang war für den 58-Jährigen schnell klar, dass er weiterhin als Trump auftreten würde.

Er brauche für die Verwandlung in den US-Präsidenten nur eine orangefarbene Perücke und honigfarbenen Puder, erzählte er im Dezember der New York Times. Rhetorisch gesehen sei Trump nicht so schwierig zu imitieren, sagte Baldwin, der den schnoddrigen Tonfall des Präsidenten, seine Sprechweise in abgehackten Sätzen und die typischen Vokabeln wie "sad", "tremendous" oder "huge" mit Hilfe von TV-Auftritten und Reden einstudiert hat.

Publikum begeistert, Trump sauer

Während das amerikanische Publikum hellauf begeistert ist von Baldwins Trump-Darstellung, ist der Präsident selbst ziemlich verärgert. Seinen Unmut tut er gerne während oder nach der Sendung per Twitter kund. "Habe gerade versucht Saturday Night Live anzuschauen - unansehbar! Total voreingenommen, nicht witzig und Baldwins Auftritt könnte schlechter nicht sein. Traurig", schreibt er dann beispielsweise. Baldwin gibt ihm - ebenfalls bei Twitter - schon mal kontra und antwortet etwa mit: "Veröffentliche deine Steuererklärung und ich hör auf damit."

Die Zuschauer lieben nicht nur die Trump-Sketche, sondern auch Trumps öffentlich zur Schau gestellte Wut und den Schlagabtausch mit Baldwin.

Andersen, Baldwins Co-Autor, hat sich als Radio-Moderator und Mitherausgeber des Spy Magazins ebenfalls schon satirisch an Trump abgearbeitet. Er sagte der New York Times, das Buch werde mehr als nur eine erweiterte Version von Baldwins Sketchen sein. Es werde nicht nur unterhaltsam, sondern "bissig" sein.

"Wir haben ein Übereinkommen, bei dem er nicht die Perücke aufsetzen muss und ich kein Word-Dokument öffnen", sagte Baldwin und wies darauf hin, dass Andersen beim Schreiben wohl den Hauptanteil übernehme.

Dafür wird Baldwin das Hörbuch lesen - als sein Alter Ego Trump versteht sich. Was der US-Präsident von dem Ganzen hält, ist nicht bekannt. Bislang hat er noch nichts dazu getwittert.

© sz.de/cat
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