Tipps aus dem Programm im Berlinaleblog "Uroki Garmonii" (Harmony Lessons)

Streng kalkulierte optische Tableaus: Szene aus "Harmony Lessons".

(Foto: Harmony Lessons Film Production)

Der Oscar-Regen für "The Artist" im vergangenen Jahr hat ein wenig darüber hinweggetäuscht, dass sich bei den Oscars Hollywood eigentlich fast nur immer selber feiert. Ganz anders ist das bei den großen Filmfestivals - da poppt immer mal wieder ein Film aus irgendeiner Weltregion auf und räumt den Hauptpreis ab.

In Berlin war das zuletzt der Fall 2010, als Semih Kaplanoglu den Goldenen Bären für sein Drama "Bal" (Honig) mit in die Türkei nahm. Dass es in diesem Jahr wieder einen exotisch anmutenden Überraschungssieger geben könnte, ist gar nicht so unwahrscheinlich. Denn im Wettbewerb ist das Weltkino mit Beiträgen von relativ unbekannten Filmemachern, etwa aus Chile oder Kanada, gut vertreten.

Einen Geheimfavoriten gibt es auch: Der Wettbewerbsbeitrag "Urok Garmonii" (Harmony Lessons) von Emir Baigazin aus Kasachstan dürfte von der Bildsprache her auf jeden Fall interessant sein. Neugierde weckt der Film auch, weil er eine Förderung vom World Cinema Fund ergattern konnte. Der 2004 in Deutschland eingerichtete Fonds sponsert Filme, "die mit einer ungewöhnlichen Ästhetik überraschen, die starke Geschichten erzählen und ein authentisches Bild ihrer kulturellen Herkunft vermitteln."

Und so manches Mal agierte der Fonds bereits als Orakel für große Erfolge: Auf seine Gelder stützten sich beispielsweise Apichatpong Weerasetahkul bei seinem Fantasyfilm "Uncle Boonmee erinnert sich an sein früheres Leben" und Claudia Llosa bei ihrem Drama "Eine Perle Ewigkeit". Weerasetahkul holte für "Uncle Boonmee" 2010 die "Goldene Palme" aus Cannes nach Thailand, Llosa 2009 für ihren Film den "Goldenen Bären" nach Peru.

Hier geht es zu den Vorführungsterminen