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Theater:Im Uterus der Finsternis

Susanne Kennedy, Markus Selg, Birgit Minichmayr

Eine Vollblutschauspielerin im falschen Theater: Birgit Minichmayr steht in Susanne Kennedys Bühneninstallation wie ausgestellt da.

(Foto: Julian Roeder/Ruhrtriennale)

Susanne Kennedy verirrt sich mit "Medea.Matrix" im Videokunst-Dschungel. Eine mörderische Mutter steht auch im Zentrum von Ivo van Hoves "Die Dinge, die vorübergehen".

Von Christine Dössel

Zu den beeindruckendsten Erfahrungen bei der Ruhrtriennale gehören immer wieder die Räumlichkeiten, in denen dieses nordrhein-westfälische Theater- und Musikfestival über die Bühne geht. Die Maschinen-, Aufbereitungs- und Kohlenmischhallen in den ausgedienten Zechen des Ruhrgebiets mit ihren Fördertürmen, Kokereien und Gießereien sind monströse Architekturgebilde von oft sakraler Anmutung: Kirchen des Industriezeitalters wie die imposante Gebläsehalle im Landschaftspark Duisburg-Nord, wo nun die Produktion "Medea.Matrix" von Susanne Kennedy Uraufführung feierte. Oder die mit ihrer Ziegelsteinfassade an ein gigantisches englisches Internat erinnernde Maschinenhalle Zweckel in Gladbeck, wo der Belgier Ivo van Hove mit seiner Toneelgroep Amsterdam die Familiensaga "Die Dinge, die vorübergehen" nach Louis Couperus herausbrachte. In beiden Inszenierungen steht eine übermächtige, unheilträchtige Mutterfigur im Zentrum. Die eine heißt Medea, die andere Ottilie. Beides Mörderinnen - aus Liebe.

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