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Theater:Finsterworld

Machtmotto „I am myself alone“: Norman Hacker brilliert als Ego-Shooter Richard.

(Foto: Matthias Horn/Residenztheater)

Zombies machen Politik: Michael Thalheimer inszeniert am Münchner Residenztheater Shakespeares "Richard III." als Horrorkabinett. Norman Hacker brilliert in der Titelrolle.

Von Christine Dössel

Au weh, das wird ein düsterer Abend, das sieht man gleich. Welcome to Finsterworld - ihr, die ihr hier eingetreten seid, lasset alle Adventsstimmung fahren! Schon der endzeitgestimmte E-Gitarren-Sound von Bert Wrede ist darauf angelegt, kommendes Unglück und Kriegsgeschwader dunkel dräuend anzukündigen. Und dann erst die Bühne! Ein ungeheuer hoher Raum öffnet sich den Blicken der Zuschauer. Er ist schwarz wie die Nacht, vollständig geschlossen und von oben kalt beschienen. Ein Turm. Ein Verlies. The tower of power. Es handelt sich um einen jener kompromisslosen Zwangsräume, die Olaf Altmann seit Jahr und Tag für die Arbeiten von Michael Thalheimer baut. Denn ja: Michael Thalheimer - neuerdings Hausregisseur am Berliner Ensemble - ist als Gast zurück in München. Der radikale Dramen-Kernspintomograf zeigt am Residenztheater Shakespeares "Richard III.", ein Ego-Monster-Stück, wie es je nur eines gibt.

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