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Fernsehen:Monty-Python-Mitglied Terry Jones ist tot

  • Der britische Künstler Terry Jones ist im Alter von 77 Jahren gestorben.
  • Jones war Mitglied der einflussreichen Komikergruppe Monty Python und hat unter anderen beim Film "Das Leben des Brian" Regie geführt.

Der britische Komiker, Autor und Regisseur Terry Jones ist tot. Er sei am Dienstagabend nach einer langen Demenzerkrankung im Alter von 77 Jahren gestorben, teilte sein Management am Mittwoch mit. Seine Familie erklärte, er habe lange Zeit mutig und immer mit Humor gegen die Krankheit angekämpft.

Gemeinsam mit Graham Chapman, John Cleese, Terry Gilliam, Eric Idle und Michael Palin gründete Jones Ende der Sechzigerjahre die Komikergruppe Monty Python, die mit ihrem anarchischen Humor das britische Fernsehen revolutionierte.

Jones wurde 1942 in Colwyn Bay in Wales geboren, später zog er mit seiner Familie nach Surrey. Er studierte in Oxford Anglistik und Geschichte und lernte dort auch seinen Kommilitonen Michael Palin kennen, mit dem er bald in verschiedenen Bühnenrevuen auftrat.

Von "Das Leben des Brian" bis zur historischen Dokumentation

Ab Mitte der Sechzigerjahre arbeitete Jones für das britische Fernsehen. Zusammen mit Palin wurde er als Autor für diverse Comedy-Serien der BBC engagiert, unter anderem The Frost Report, ein Satireformat, in dem auch die Cambridge-Absolventen John Cleese, Graham Chapman und Eric Idle mitwirkten. Diese fünf Kollegen gründeten dann zusammen mit dem seit 1967 in London lebenden Amerikaner Terry Gilliam Monty Python, und mischten mit ihren Sketchen und Animationen zwischen 1969 und 1974 die BBC auf. Schnell erlangten sie weltweite Berühmtheit.

Zusammen mit Terry Gilliam führte Jones bei dem Monty-Python-Spielfilm "Die Ritter der Kokosnuss" aus dem Jahr 1975 Regie. Bei der viel beachteten Bibelfilm-Parodie "Das Leben des Brian" von 1979 war er der alleinige Regisseur. Auch nach der Auflösung von Monty Python blieb Jones äußerst produktiv: Er schrieb Drehbücher - etwa für Jim Hensons Fantasy-Abenteuerfilm "Labyrinth" - und arbeitete als Regisseur, zum Beispiel bei den Komödien "Personal Services" oder "Erik the Viking". Darüber hinaus moderierte er historische BBC-Dokumentationen, schrieb literaturwissenschaftliche Essays und Zeitungskommentare und verfasste mehrere Romane, etwa die auf einem Computerspiel basierende Science-Fiction-Romanparodie "Douglas Adams's Starship Titanic".

Jones hinterlässt seine Frau Anna Söderström und die Kinder Bill, Sally und Siri. Sein Monty-Python-Kollege Michael Palin erklärte zum Tod von Jones: "Er war weit mehr als einer der witzigsten Autoren und Performer seiner Generation. Er war wie ein Komödiant aus Renaissance-Zeiten: Schriftsteller, Regisseur, Moderator, Historiker, brillanter Kinderbuchautor und der herzlichste, wundervollste Begleiter, den du dir wünschen konntest."

© SZ.de/ap/luch/biaz
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