Sommerhaus von Christa Wolf Was war das Beste in 365 Tagen? Woserin!

Die dunkle Hälfte des Jahres verbrachte man in Berlin - die helle im Mecklenburger Haus. Die Schriftstellerin Christa Wolf und ihr Mann hatten dort ihren Rückzugsort - auch vor Bespitzelungen.

Von Ulrike Nimz

Der Wind kommt von Westen in Woserin. Im Sommer trägt er den Duft von Raps mit sich, im Herbst holt er die Kastanien vom Baum. Immer trifft er auf das Doppelglasfenster mit Rahmen aus Holz. Er rüttelt daran, säuselt und pfeift, wie ein ungeduldiger Troubadour. Das alte Pfarrhaus bleibt unbeeindruckt, vom Wetter, von den Mäusen, die die Türschwellen wegnagen wie Knäckebrot.

Das Sturmzimmer gehörte Christa Wolf. Dort hat sie geschrieben, auf einer Erika, einer Brother, einem Laptop zuletzt. Der ...