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Rekordpreis für Comic:Batman schlägt Superman

Am Montag war das erste Heft mit Supermans Abenteuern für genau eine Million Dollar versteigert worden. Doch Batman, der dunkle Ritter, der gebrochene Held, ist einfach beliebter.

Mit Superman und Batman ist es heute noch so ähnlich, wie es früher mit den Beatles und den Rolling Stones oder, unter Motorradfahrern, mit Honda und BMW war. Man fuhr entweder eine "Gummikuh", also einen kardangetriebenen Zwei-Zylinder-Boxer aus München, und hörte die Beatles, oder man hatte eine Honda CB 750 und fühlte sich als Street Fighting Man, also als Stones-Afficionado.

Superman, der sauber rasierte Moralist, ist so etwas wie die BMW unter den Superhelden: gutmütig, etwas naiv, der Amerikaner vom Lande, den es in die große Stadt verschlagen hat. Batman dagegen ist der dunkle Ritter, den sein posttraumatisches Stresssyndrom nach dem Mord an seinen Eltern zur gnadenlosen Jagd auf Kriminelle antreibt. Er ist ein gebrochener Held, und deswegen war seine Fangemeinde in aller Welt stets größer als die Supermans.

Männer lieben den dunklen Ritter

Das hat sich nun wieder bestätigt. In Dallas erzielte jetzt ein Comic-Heft aus dem Jahre 1939, in dem Batman zum ersten Mal auftrat, bei einer Auktion den Rekordpreis von 1,075 Million Dollar (fast 800000 Euro). Kurz zuvor, am Montag, war das erste Heft mit Supermans Abenteuern von 1938 im Internet versteigert worden. Es wurde für genau eine Million Dollar an den Mann gebracht. Batman schlägt Superman.

Die Käufer der Comics blieben anonym; dass es aber Männer waren, scheint sicher zu sein. Frauen geben zwar auch viel Geld für allerlei Sonderbarkeiten aus, die Sammler von Comics, Modellautos oder Überraschungsei-Figuren aber sind ganz überwiegend Männer. Gerade reifere Männer haben eine stärkere Tendenz dazu, auf der Suche nach der verlorenen Zeit erinnerungsschwangere Dinge anzuhäufen und zu katalogisieren. Wer dies nicht glaubt, der möge nur die gigantische Abteilung "Sammeln & Seltenes" bei der Internet-Auktionsbörse ebay durchstreifen.

In Amerika, aber auch in Europa und da wiederum vor allem in Belgien und Frankreich, gibt es einen nennenswerten Markt für alte Comics. Allerdings darf es sich dabei nicht um die zerfledderten Schundhefte aus dem Keller handeln, sondern es müssen wohlerhaltene sein, in Plastikumschlägen geschützte Exemplare ohne Eselsohren, Einrisse oder - die Älteren werden sich erinnern - ausgeschnittene Sammlerpunkte.

Schande für den Rächer von Gotham City

Das eben verkaufte Heft Detective Comics, in dem damals Batman debütierte, war in allerbestem Zustand und ist dadurch wohl einzigartig auf der Welt. Barry Sandoval von der texanischen Versteigerungsfirma sagte, der Verkäufer habe das Heft Ende der 1960er Jahre für 100 Dollar erstanden. Das war damals nicht wenig Geld, aber trotzdem bleibt der return on investment für das Debüt des dunklen Ritters enorm.

Die deutschen antiquarischen Ableger von Superman und Batman sind im Vergleich zu den alten US-Comics billig. Superman erschien in Deutschland erstmals in den fünfziger Jahren, allerdings nicht in einer eigenen Reihe, sondern in dem Sammel-Comic "Buntes Allerlei". Im September 1966 brachte der Ehapa-Verlag eine eigene Superman-Serie auf den Markt; das erste damals erschienene Heft kostet heute in sehr guter Erhaltung von 500 Euro an aufwärts. 1967 gab es dann auch Batman hierzulande.

Zur Schande des Rächers von Gotham City allerdings musste er sich, gleichsam als Untermieter, zunächst ein Heft mit Superman teilen: Die Ehapa-Hefte hießen von 1967 an jahrelang "Superman und Batman". Dem Sammler ist das erste dieser Hefte nicht sehr viel wert, mit 50 bis 80 Euro ist man dabei.

© SZ vom 27.02.2010/lmne/kar

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