bedeckt München 26°

"Ghosteen" von Nick Cave:Meister des Schmerzes

Nick Cave

Einer, der heilen will, was nicht zu heilen ist, indem er tut, was er am besten kann, nur ohne ein paar alte Gewissheiten: Nick Cave.

(Foto: dpa)

Noch nie klang Nick Caves brüchige Grabesstimme so verletzlich und schön wie auf seiner neuen Platte "Ghosteen". Nur innerlich Versteinerte werden das neue Album als Kitsch missverstehen.

Von Thomas Bärnthaler

Der Tod ist nicht verhandelbar. Er schafft Tatsachen. Natürlich ist es unmöglich, neue Musik von Nick Cave anzuhören, ohne nicht jenen Schicksalsschlag mitzudenken, der ihn 2015 heimsuchte, als sein 15-jähriger Sohn von einer Klippe fiel und starb. Schon sein letztes Album "Skeleton Tree", das zum Zeitpunkt des Unglücks fast fertig war, wurde überschattet von den Ereignissen und änderte seine Tonart. Es geriet zu einem Requiem in Schockstarre, düster, karg, todtraurig. "You fell from the sky / Crash landed in a field", klagte Cave darauf, begleitet von finsterem Dröhnen eines Synthesizers, und wäre er danach vor Schmerz für immer verstummt, keiner hätte sich beschweren können.

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
Mediziner bei der EM
"Ein Herzstillstand ist bei Sportlern gar nicht so selten"
Österreichs Kanzler Kurz
Österreich
Wiener Gemetzel
Nach dem Lawinenunglück Italien
Psychologie
"Der Mensch ist darin geübt, mit Schuld zu leben"
*** BESTPIX *** Scottish Football Fans Head South Ahead Of Euro Game with England
EM-Spiele
Spiel mit dem Virus
Tuebingen Tuebingen;Universitätsstadt;Boris Palmer; Innenstadt; Nacht; Nachleben; Polizei; Polizeieinsatz; Alter Botanis
Generation "Tief erschüttert"
Kinder, auf die Barrikaden
Zur SZ-Startseite
Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB