Nachruf:Eberhard Hauff gestorben

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Eberhard Hauff

(Foto: B. Lindenthaler/imago images)

Der Produzent und Drehbuchautor war einer der Gründerväter des Münchner Filmfests und machte aus dem Festival eine Erfolgsgeschichte.

Von Fritz Göttler

Seine Augen wirkten immer ein wenig müde, sein Lächeln blieb unergründlich. Vielleicht war das die Maske, die man brauchte, um eine Institution wie das Filmfest München zu gründen, zu stabilisieren, zur Anerkennung zu führen, gegen viele Widerstände. Ein Sommer-, ein Publikumsfestival sollte es werden, aber mit dem Anspruch, dem deutschen A-Festival in Berlin Konkurrenz zu machen. 1983 gab es, nach zäher Vorbereitungszeit, den Startschuss mit "Local Hero" von Bill Forsyth im Gloria Palast. Bis 2003 blieb er im Amt.

Eberhard Hauff hatte selber ein paar Filme gemacht, als Regisseur, Produzent oder Drehbuchautor, aber, anders als sein Bruder Reinhard, der durch Filme wie "Messer im Kopf" das deutsche Kino prägte, sich irgendwann auf die Organisation der deutschen Filmproduktion konzentriert, lange war er im Vorstand der SPIO, der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft, im Verwaltungsrat der FFA, der Filmförderungsanstalt. Natürlich war das ein schwieriger, manchmal hasardös undankbarer Job als Filmfestschef. Immer fehlte der eine oder andere unverzichtbare Film im Programm, die Kriterien der Auswahl waren nicht nachvollziehbar. Aber Hauff ließ lächelnd viel abprallen, und er sammelte tolle Leute um sich, denen er viel Freiheit ließ, für Programme der deutschen Filmemacher oder der American Independents. Das Filmfest München - kein Festival, sondern ein Fest! - hat er so zu einer Erfolgsgeschichte gemacht, an die sich Politiker gern anhängten, lokale wie bayerische. Am 13. Oktober ist Eberhard Hauff, der auf seine Weise ein local hero war, 89-jährig gestorben.

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