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Schauspieler und Regisseur:Michael Gwisdek ist tot

TV-Stars aus dem Osten - Michael Gwisdek

Schauspieler Michael Gwisdek.

(Foto: Henning Kaiser/picture alliance/dpa)

Gwisdek ist am Dienstag nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben, wie seine Agentur mitteilte.

Der Schauspieler und Regisseur Michael Gwisdek ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 78 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit, wie seine Familie am Mittwoch nach Angaben der Agentur Just Publicity mitteilte.

Michael Gwisdek war bereits zu DDR-Zeiten erst am Theater, dann im Kino bekannt. Der 1942 geborene Gastwirtssohn aus Berlin-Weißensee lernte das Schauspielhandwerk an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" und spielte in den 60er und 70er Jahren an verschiedenen Theatern in der DDR. Sein komödiantisches Talent brachte ihm bald Rollen im Kino ein.

Zu seinen bekanntesten Filmen zählen "Good Bye, Lenin!", "Boxhagener Platz", "Nachtgestalten" und "Oh Boy". Auch im Fernsehen war er oft zu sehen: ob im "Tatort", bei "Bella Block" oder in den "Donna Leon"-Verfilmungen.

In seinen Rollen zeigte er sich als Komödiant, Melancholiker und Exzentriker, wie die Defa-Stiftung zu ihm schrieb. In seinen Regie-Arbeiten überzeugte er "mit ausgefeilten Figurenzeichnungen". Gwisdek sagte über die Schauspielerei einmal: "Komödie ist das Schwerste." Aber er sei nicht festgelegt. "Charakterdarsteller würde ich gerne genannt werden."

Entscheidend für seine spätere Karriere waren zwei Arbeiten: Die Literaturverfilmung "Dein unbekannter Bruder" (1982) und das Boxer-Drama "Olle Henry" (1983).

Dietmar Woidke nannte Gwisdek einmal ein "Original mit Herz und Schnauze"

Mit "Treffen in Travers" (1988), mit seiner damaligen Frau Corinna Harfouch und ihm selbst in den Hauptrollen, gab Gwisdek sein Regiedebüt. 1999 erhielt Gwisdek einen Silbernen Bären als bester Hauptdarsteller in Andreas Dresens "Nachtgestalten". Seine Auszeichnungen reichten vom Deutschen Filmpreis über den Deutschen Fernsehpreis bis zum Grimme-Preis.

Auch mit weit über 70 hatte Gwisdek noch viele Rollen. In der ZDF Neo-Serie Dead End spielte er den Leichenbeschauer Dr. Peter Kugel. In Lars Kraumes DDR-Drama "Das schweigende Klassenzimmer" gab er den Westradio hörenden Onkel. Mit Henry Hübchen und Thomas Thieme drehte Gwisdek die Komödie "Kundschafter des Friedens".

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) würdigte Gwisdek einmal als "Original mit Herz und Schnauze". Er sei "ein Alleskönner, der sowohl in komischen als auch in melancholischen Rollen glänzt."

© SZ/dpa/cag

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