Kurzkritik:Rückkehr feiern

Lesezeit: 1 min

Die US-Band "Sum 41" will es noch mal wissen und rockt das Zenith

Von Vivian Harris

Das lange Anstehen, das Gedränge, die möglicherweise schlechte Sicht auf die Bühne, die Bierduschen - das sind einige Lasten, die man als Fan bei Rockkonzerten auf sich nehmen muss. Und sie sind der Grund, weshalb Sum 41 so dankbar für ihr Publikum sind, wie der Sänger Deryck Whibley am Samstag in München erklärt. Im Zenith bringen die Punkrocker aus Kanada Songs vom aktuellen Album "Order In Decline" auf die Bühne, außerdem jene, die sie um den Jahrtausendwechsel herum bekannt gemacht haben, und: Sie feiern Geburtstag.

Bei Sum 41 zelebriert man einen Jahrestag mit schallenden Drums, explosiven Nebelstrahlen und ausgelassener Stimmung. Das Geburtstagskind heißt "Chuck". Etwa 15 Jahre ist es her, seit der Langspieler veröffentlicht wurde. Mit ihm bewegte sich das Quintett zum ersten Mal ein Stück weit weg vom Pop-Punk - populär gemacht durch Bands wie Blink-182, The Offspring oder Green Day -, hin zu ernsteren Texten und abwechslungsreicheren Melodien. In den 15 Jahren musste die Band durch einige Hochs und Tiefs gehen, gesteht Whibley, bevor er "War", den Song über eines dieser Tiefs, anstimmt. Er handelt von seinem langjährigen Kampf mit der Alkoholsucht und war einer der Gründe dafür, dass der Sänger 2015 den Entzug überstanden und die Band seitdem zwei neue Alben veröffentlicht hat.

Mittelpunkt der Show sind aber vor allem die Songs der ersten vier Platten, die auch mal durch Gitarren- oder Drumsoli ausgedehnt werden. Bei ihnen wird am wildesten getanzt, das Publikum singt am lautesten mit. Den Titeltrack "Underclass Hero" und das langsame "Pieces" schmettert Whibley in der Mitte des Saals, während er die Zuschauer bei Pop-Punk-Hymnen wie "Fat Lip" oder "In Too Deep" zum ausgelassenen Springen motiviert. Zur Feier des Tages fliegen dann neben Bierbechern auch schon mal rote Riesenluftballons durch die Halle, und von der Decke regnet es Konfetti. Fast wie bei einem richtigen Geburtstag.

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