Kurzkritik Meister der Konzepte

Das Alan Parsons Live Project im Circus Krone

Von Jürgen Moises

Ob durch das Vinyl-Revival auch das Konzeptalbum ein größeres Comeback erlebt? Mit "The Secret", einem Konzeptalbum zum Thema Magie, hat jedenfalls einer seiner größten Verfechter nach 15-jähriger Albumpause ein neues vorgelegt. Die Rede ist von Alan Parsons, der zwischen 1975 und 1987 mit dem Sänger und Komponisten Eric Woolfson unter dem Namen Alan Parsons Project eine ganze Reihe davon produziert hat, von denen fast alle in den deutschen Top-Ten landeten. Im vollen Circus Krone stellte der britische Musiker, Toningenieur und Produzent "The Secret" nun mit seinem achtköpfigen Alan Parsons Live Project vor.

Bevor als Opener mit "One Note Symphony" ein Stück daraus ertönte, stimmte aber erst einmal ein Zauber-Komiker thematisch ein. Danach folgten über zwei Stunden verstreut drei weitere neue Songs, die zwar nicht zu den Top-Titeln in Parsons Œuvre gehören, aber sich mit ihrem poppigen Appeal gut darin einfügen. Denn auch wenn man Parsons teilweise zum Prog-Rock zählt: Vieles ist doch eher symphonischer Mainstream-Rock, teilweise mit ein paar vertrackteren Breaks, aber sonst eher an Bands wie Foreigner oder bei den bis zu achtstimmigen Chören an die Eagles oder Beach Boys erinnernd.

Mitklatschbar sind jedenfalls fast alle Lieder, darunter Hits wie "Eye In The Sky" oder die Disco-Hymne "Games People Play", die euphorisch gefeiert werden. Am Mikro wechseln sich P.J. Olsson (der Emotionale) und der etwas an Phil Collins erinnernde Todd Cooper (der Coole) ab. Beide machen ihre Sache gut, aber ab und zu vermisst man doch den 2009 verstorbenen Eric Woolfson. Auch der Meister tritt zeitweise ans Mikro, trohnt sonst an Gitarre und Keyboard im Hintergrund und lässt lieber seine Musiker glänzen. Guy Erez legt bei "I Wouldn't Want To Be Like You" ein schönes Bass-Solo hin, Gitarrist Jeff Kollmann und Keyboarder Tom Brooks toben sich bei "Prime Time" minutenlang aus. Da hat das Konzert dann doch noch seinen Prog-Rock-Moment.