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Kurzkritik:Liebesduette im Vergleich

Das Festspielkonzert des Opernstudios im Cuvilliés-Theater

Tags zuvor hatte er einen Kurzauftritt beim "Otello" im Nationaltheater, jetzt lässt sich Markus Suihkonen beim Festspielkonzert "Zu zweit" des Opernstudios im Cuvilliés-Theater von seiner Duettpartnerin Anna El-Khashem keck an einen Stuhl fesseln und singt mit ihr "Per queste tue manine" aus Mozarts "Don Giovanni". Suihkonen hat eine sehr kultivierte Bassstimme; er beweist es bei diesem Tête-à-Tête, er zeigt es zusammen mit dem Stimmfachkollegen Oleg Davydov im spannungsgeladenen Herren-Disput "Son io dinanzi al re" aus Verdis "Don Carlo". Zunächst aber zurück zum "Don Giovanni", denn Anna El-Khashems elastischer Sopran und ihr beredter Vortrag sind zauberhaft. Zur Rolle der Zerlina passen diese Merkmale perfekt - besser als bei "As steals the morn" mit dem Tenor Caspar Singh aus Händels Oratorium "L'Allegro, il penseroso ed il moderato" und beim Monteverdi zugeschriebenen "Pur ti miro" aus "L'incoronazione di Poppea". Die Altistin Noa Beinart singt ihren Part hier schön gefasst.

Ein Genuss ist der Vergleich zweier weiterer Liebesduette: Die Sopranistin Mirjam Mesak und der Tenor Freddie De Tommaso durchleben bei "Va! Je t'ai pardonné ... Nuit d'hyménée" aus Gounods "Roméo et Juliette" eine lautstark intonierte Liebesnacht. Dass sie die Lerche hören, die dazwischenzwitschert und den Morgen androht, ist kaum zu glauben; den Steinway, an dem Ewa Danilewska und Alessandro Stefanelli abwechselnd ihrer vorzüglichen Begleittätigkeit nachkommen, übertrumpfen sie spielend. Die Sopranistin Anaïs Mejías und der ausgezeichnete, äußerst deutlich artikulierende Bassist Boris Prýgl empfinden ihr "Nedda! Silvio, a quest'ora" aus Leoncavallos "I Pagliacci" differenzierter.

Doch gegen strahlende tenorale Kraft wie bei De Tommaso soll damit nichts gesagt sein. Sie ist in einem solchen Programm unverzichtbar, das zeigt auch der eloquent und perfekt singende Long Long zusammen mit Anaïs Mejías bei "Comprende lo grave de mi situación" aus Manuel Fernandez Caballeros "El dúo de la Africana".