Art Basel expandiert nach Paris:Aus dem Nest geschubst

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Die Art Basel gründet eine neue Messe in Paris. Das Nachsehen hat die traditionsreiche Fiac.

Art Basel expandiert nach Paris: Die Fiac im Grand Palais, 2017. Demnächst wird die Art Basel hier einziehen.

Die Fiac im Grand Palais, 2017. Demnächst wird die Art Basel hier einziehen.

(Foto: Bertrand Guay/AFP)

Die Muttergesellschaft der Art Basel, der Schweizer Messekonzern MCH, wird ab diesem Herbst eine neue Kunstmesse in Paris veranstalten. Das teilte die Art Basel am Mittwoch mit. Über den Schritt wurde schon vor wenigen Tagen spekuliert, als die Pariser Museumsverwaltung "Réunion des musées nationaux - Grand Palais" (RMN) der traditionsreichen Pariser Kunstmesse Fiac mitteilte, das Grand Palais Ephémère, in dem die Messe stattfinden sollte, stehe im gewohnten Zeitraum im Oktober von diesem Jahr an nicht zur Verfügung. Die Art Basel bestätigte nun, dass sie den Termin der Fiac übernommen habe. Ab 2024, wenn die Renovierung des Grand Palais an den Champs-Elysées abgeschlossen sei, werde die neue Messe auch am alten Ort der Fiac stattfinden. Art-Basel-Chef Marc Spiegler erklärte gegenüber The Art Newspaper, die Messe werde "definitiv keine Art Basel Paris" sein, sondern von einem eigenen Pariser Team organisiert. Genaueres stehe noch nicht fest.

Die Art Basel ist die weltweit wichtigste Messe für Gegenwartskunst. Neben ihrem Flaggschiff in Basel hat sie in den letzten 20 Jahren Standbeine in Miami Beach und Hongkong etabliert. Erst vor wenigen Tagen hatte die MCH auch bekanntgegeben, mit einem Anteil von 15 Prozent beim Messeveranstalter Art Events Singapore eingestiegen zu sein, der vom kommenden Jahr an eine neue Kunstmesse in Singapur, die Art SG, ausrichten will.

Beide Ankündigungen sorgen nun für große Überraschung, nicht zuletzt, weil die Art Basel und die MCH in den letzten Jahren wirtschaftlich in große Schwierigkeiten geraten waren und mehrere Beteiligungen an Regionalmessen abgestoßen hatten. Dass die Art Basel jetzt wieder expandieren will, sei, so deutete Spiegler an, dem Engagement von James Murdoch zu verdanken. Der Sohn von Rupert Murdoch ist mit seiner Firma Lupa Systems seit 2020 Miteigner der MCH.

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