Kunst-Installation Shia LaBeouf bei Anti-Trump-Protest verhaftet

Vier Jahre lang will der Schauspieler gegen den neuen US-Präsidenten demonstrieren. Doch seine Kunst-Installation zieht nicht nur Gleichgesinnte an.

"He will not divide us", flüstert der junge Mann mit der dicken Wollmütze in die Kamera. Wie ein Mantra wiederholt er die Worte. Immer wieder: "He will not divide us" - er wird uns nicht spalten. Es ist früher Morgen in New York City, auf der Straße vor dem Museum of the Moving Image im Stadtteil Queens ist wenig los. An der Außenwand des Gebäudes steht in fetten, schwarzen Lettern jenen Satz, den der junge Mann mit der Wollmütze so andächtig wiederholt. Darunter eine Kamera, die ihre Bilder live ins Netz sendet. 24 Stunden lang, sieben Tage die Woche.

Die Kunst-Installation "He will not divide us" ist eine Protest-Aktion gegen den 45. Präsidenten der USA, Donald Trump. Gegen Hetze, Rassismus, Diskriminierung und Radikalisierung. Der Schauspieler Shia LaBeouf hat sie ins Leben gerufen, zusammen mit den Künstlern Nastja Säde Rönkkö und Luke Turner. Jeder kann mitmachen bei dieser Live-Performance, kann flüstern, schreien, tanzen. Vier Jahre soll das so gehen, von Donald Trumps Amtsantritt bis zu dem Tag, an dem er das Weiße Haus wieder verlässt. Wenn er es denn verlässt. LaBeouf besucht sein Projekt regelmäßig. Er tanzt, singt und skandiert mit gleichgesinnten New Yorkern. Doch die öffentlichte Installation ist immer wieder Schauplatz von Konflikten zwischen Trump-Gegnern und seinen Befürwortern.

Nun ist eine dieser Streitigkeiten eskaliert. Und Shia LaBeouf wurde in Handschellen abgeführt - vor den Augen seines Publikums. Grund ist ein mutmaßlich handgreiflicher Streit mit einem politischen Gegner. LaBeouf soll dem Mann laut Polizeiangaben einen Schal heruntergerissen und ihm dabei Kratzer im Gesicht zugefügt haben. Der Schauspieler muss sich jetzt den Angaben zufolge wegen Körperverletzung verantworten.

Die genauen Umstände der Auseinandersetzung sind jedoch unklar. Ein Twitter-Fan-Account von LaBeoufs Kunstinstallation zeigt ein 13-sekündiges Video, in dem der Schauspieler einen Mann wegschubst, der die Worte "Hitler did nothing wrong" in die Kamera spricht. Auf demselben Account heißt es auch, LaBeoufs Kontrahent sei ein Rechtsextremer gewesen, der ihn provoziert habe. Schon am vergangenen Sonntag hatte sich Shia LaBeouf ein Duell vor der Kamera seiner Installation geliefert. In einer physisch gewaltlosen Konfrontation hatte LaBeouf sein Gegenüber niedergeschrien, das mit SS-Mütze bekleidet Neo-Nazi-Parolen rief.

Wie auf dem Fan-Account von "He will not divide us" zu lesen ist, wurde der Schauspieler mittlerweile freigelassen. Dass seine Protestaktion Menschen mit unterschiedlichen politischen Überzeugungen anzieht, kann LeBeouf akzeptieren. Seine Installation soll schließlich auch zusammenführen. Und nicht spalten. "Ich sage ja nur: Seid nett zueinander", so LaBeouf in einem Interview vor seiner Verhaftung.