Proteste nach Entlassungen Tschechischer Kulturminister tritt zurück

Der tschechische Kulturminister Antonin Stanek auf der Eröffnungspressekonferenz der Leipziger Buchmesse im März

(Foto: picture alliance/dpa)

Antonin Stanek war massiv unter Druck geraten, weil er zwei Kunstdirektoren überraschend entlassen hatte.

Der tschechische Kulturminister Antonin Stanek tritt zum Monatsende zurück. Das Ressort müsse zur Ruhe kommen, teilte sein Parteichef, der sozialdemokratische Innenminister Jan Hamacek, mit. Stanek war massiv unter Druck geraten, als er kurz vor Ostern den Direktoren der Nationalgalerie in Prag, Jiri Fajt, und des Kunstmuseums in Olomouc, Michal Soukup, überraschend entlassen hatte.

Mit einem Protestschreiben hatten sich daraufhin mehr als 35 renommierte Museumschefs aus aller Welt hinter Fajt gestellt. Unter den Unterzeichnern waren Max Hollein vom Metropolitan Museum of Art in New York, Miguel Falomir Faus vom Prado in Madrid und Marion Ackermann von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Unter der Führung von Fajt hatten sich die Besucherzahlen der Prager Nationalgalerie nahezu verdoppelt. Zudem konnten namhafte Künstler für Ausstellungen gewonnen werden, darunter der deutsche Maler Gerhard Richter und der chinesische Konzeptkünstler Ai Weiwei. Wer Staneks Nachfolger werden wird, ist noch nicht bekannt. Für das Minderheitskabinett aus der populistischen ANO von Regierungschef Andrej Babiš und der sozialdemokratischen CSSD wird es bereits der siebte Ministerwechsel in nur elf Monaten sein.

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