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Jürgen Habermas:Was weiß, wer glaubt?

Prof. Jürgen Habermas, 1999 | Prof. Juergen Habermas

Jürgen Habermas' Buch folgt einem klaren Leitfaden, nämlich der Frage nach dem Verhältnis von Glauben und Wissen.

(Foto: Sueddeutsche Zeitung Photo)

Im neuen Buch von Jürgen Habermas fragt die Vernunft nach dem Erbe der Religion. Das Werk lässt sich als Kritik an der Selbstgewissheit des säkularen Denkens lesen. Aber geht sein Gesprächsangebot an die Gläubigen weit genug?

Es gibt kein Altern für den Geist - so lautete ein geflügeltes Wort des 19. Jahrhunderts. Die schönste Begründung dafür, warum trotz aller unbestreitbaren Befunde wie der Schwächung der Sinnesorgane und dem Schwinden der Gedächtniskräfte dieses Wort zutrifft, hat der große protestantische Theologe Friedrich Schleiermacher entwickelt - bemerkenswerterweise in den "Monologen", einer seiner Jugendschriften. Die "großen heiligen Gedanken, die aus sich selbst der Geist erzeugt" seien nicht einfach abhängig "von der äußeren Glieder Gebrauch". Das monumentale Alterswerk von Deutschlands wohl bedeutendstem lebenden Philosophen wirkt wie eine Bestätigung dieses tröstlichen Gedankengangs.

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