1921 sprach Otto Kümmel vom unsicheren Gefühl der Europäer gegenüber der Kunst Ostasiens. Hier sei "kein Urteil unmöglich". Neunzig Jahre später sind wir kaum weiter. Alexander Hofmann, der Kurator der japanischen Abteilung in den Ostasiatischen Sammlungen von Berlin-Dahlem, hat damit zu kämpfen. Er glaubt, wir seien sogar zurückgefallen. Bis in die dreißiger Jahre gab es eine Reihe von Sammlern moderner Kunst, die sich zugleich mit Ostasiatica beschäftigten, diese Tradition sei in Deutschland weitgehend abgerissen. Jetzt gibt es in Berlin die schöne Gelegenheit, etwas gegen diese Verarmung unserer Augen zu tun.

Bild: "Der Ono-Wasserfall an der Kisokaidô". Aus der Serie "Reise zu den Wasserfällen in den verschiedenen Provinzen". Datierung: um 1833. Malperiode: Iitsu. Maße: 38,6 x 26 cm. Technik: Mehrfarbendruck.

"Hokusai", Berlin, Martin-Gropius-Bau, bis 24. Oktober. Der Katalog (Nicolai Verlag) kostet in der Ausstellung 22 Euro, im Buchhandel 39,95 Euro.

26. August 2011, 13:262011-08-26 13:26:21 © SZ vom 26.08.2011/cris/pak