bedeckt München 26°

Post Industrial Band Skinny Puppy:Musikalische Folter

Die Musiker von Skinny Puppy verlangen Rechenschaft von der amerikanischen Regierung. Diese soll die Musik der Band als Foltermethode in Guantánamo eingesetzt haben.

Die Post Industrial Band Skinny Puppy ist empört. Die Musiker wollen durch eine "verlässliche" Quelle erfahren haben, dass das amerikanische Militär die Musik der Band nutze, um Sträflinge im Gefangenenlager Guantánamo zu foltern.

In einem Interview mit der US-Wochenzeitung The Phoenix New Times sagte der Gründer der Band, Kevin Crompton (cEvin Key), die Gruppe hätte daraufhin eine Rechnung an den Staat stellen wollen. Dies geschah allerdings nur metaphorisch: Die 1982 in Vancouver gegründete Band ließ sich durch die Gerüchte nur zu ihrem neuen Album "Weapon" inspirieren. Die Rechnung an den Staat schickte sie nie ab.

Die Musiker wissen, dass ihre nach eigenen Worten "beunruhigende" Musik zu allen möglichen Zwecken gebraucht werde, so Crompton. Den Einsatz ihrer Musik als Folterinstrument unterstütze die Band allerdings definitiv nicht.

Ob die Klänge von Skinny Puppy tatsächlich in Guantánamo verwendet wurden, ist bisher nicht bestätigt. Es wäre aber nicht das erste Mal, dass die amerikanische Regierung Musik als Folterungsmethode einsetzt. Bereits 2008 forderte die Heavy-Metal-Band Metallica das amerikanische Militär auf, das Abspielen ihres Songs "Enter Sandman" zu unterlassen. Er war zuvor immer wieder mehrere Stunden lang bei Befragungen abgespielt worden, um Gefangene zu Geständnissen zu bewegen.

© SZ.de/mfh/mkoh

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite