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Folkmusiker Pete Seeger:"Don't Frack my Mother"

Das Seeger-Fest war ein Fünf Tage-Fest: Es begann bei Sonnenuntergang mit Jim Browns Filmporträt "The Power of Song" im Hudson River Park in New York's West Village, wanderte zu einer Trauerfeier nach Norden in das Bardavon Opera House in Poughkeepsie. Es folgten Picknicks in Beacon im Hudson Valley und im Ashokan Center in den Catskill Mountains, ein Konzert in der Bronx, eine Fotoausstellung am Broadway. Höhepunkte sind dann das Konzert im Lincoln Center und abschließend "New Songs of Justice", ein Konzert der Jungen im Central Park. Zum Folk gesellten sich Hip-Hop, Indie-Rock, Punk. Amanda Palmer, Anti-Flag, Rebel Diaz - die alten Folkies haben diese Namen noch nie gehört, doch sie erkennen, dass Rap durchaus die Tradition des Folksongs aufgenommen hat: Ein Besingen der Zustände mit dem Ziel der Veränderung.

Bruce Springsteen, Neil Young, Yoko Ono - Seegers Erben halten nicht still

"Die Erbschaft wird von einer Schar angetreten, die sich meldet, wenn es brennt", sagt Dunaway. Die nicht still hält: "Zum Beispiel Fracking. Diese brutale Art, durch Sprengung an Erdgas zu kommen, gefährdet das Grundwasser und mobilisiert viele Musiker an der Ostküste." Der John Lennon Song "Don't Frack my Mother" von Yoko Ono und Sohn Sean intoniert und von Hollywood-Prominenz gestützt, wurde zur Hymne der Anti-Fracking-Bewegung.

Später nennt Dunaway noch Bruce Cockburn, Bruce Springsteen, Neil Young. Bruce Cockburn gehört zur "Free Peltier"-Initiative. Springsteen, selbst Autor eines großen Katalogs sozialkritischer Songs, hatte sich mit Pete getroffen und 2006 als Verbeugung ein Album mit dessen Liedern veröffentlicht.

Neil Young verschafft sich gerade gegen die Keystone Pipe Line Gehör. Aus Teersand gewonnenes Erdöl soll in einer Pipeline durch den Kontinent transportiert werden, die Zerstörung weiter Landstriche ist dabei unvermeidlich. In Kanada hat sich eine Bewegung formiert, die aus Ureinwohnern und Weißen getragen wird und die sich "Idle No More" nennt. Neil Young protestiert nicht nur mit seiner Musik, er ist auch ein Wortführer des Widerstands.

David Amram und Peter Yarrow kommen schwungvollen Schritts auf Dunaway zu, ihre Mobiltelefone in der Hand, immer wieder um Autogramme angehalten. David Amram, der Komponist und Allround-Musiker ist 83, Peter Yarrow gehörte einst zu dem erfolgreichen Trio Peter, Paul and Mary und ist 73. Sie vergleichen ihre Kalender, im September wollen sie nach South Dakota, um in den Black Hills zu spielen, dem heiligen Bergmassiv der Lakota, Dakota und Nakota, gemeinsam als Sioux bekannt. Es geht wieder um Obama. "Der Präsident kann per Beschluss die Black Hills an die rechtmäßigen Besitzer zurück geben", sagt Amram, "den Indianern geht es ja gar nicht um Besitz, sie wollen ihre Rolle als Hüter der Berge wahrnehmen."

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"Der kritische Umgang mit der eigenen Geschichte verläuft so zäh in diesem Land", ergänzt Yarrow und fordert: "Wir müssen den Völkermord an den First Americans und den Diebstahl ihres Landes endlich aufarbeiten, so wie Deutschland den Nationalsozialismus aufgearbeitet hat." Beide nutzen das Seeger-Fest, um Mitstreiter für die Black Hills zu gewinnen. Seegers Erben haben viel zu tun.