bedeckt München 26°

Filmtipp des Tages:Warten auf das Leben

Der junge russische Schauspieler Alexander Gorchilin porträtiert in seinem fordernden Regiedebüt "Acid" eine Gruppe Jugendlicher in einem Land, von dem sie nicht wissen, wie ihre Zukunft darin aussehen soll. Ein intensives Drama über eine verstörende Lebensrealität.

Der Umfang an Klischees und Vorurteilen über Russen ist in etwa so groß wie das Land selber. Die Darstellung russischer Charaktere in der westlichen Filmwelt beschränkt sich meist auf brutale Zeitgenossen oder schillernde, gefährliche Frauen. Der junge russische Schauspieler Alexander Gorchilin porträtiert in seinem Regiedebüt "Acid" eine Gruppe Jugendlicher, in deren Zentrum die Protagonisten Sasha und Petya stehen. Die beiden jungen Männer bewegen sich in Technoclubs, Drogenmilieus, den Fängen der Liebe und in einem Land, von dem sie nicht wissen, wie ihre Zukunft darin aussehen soll. Als ihr Freund Wanja eines Tages vom Balkon springen will und ein "dann spring halt" als Antwort erhält, gerät die Welt aus den Fugen. Denn Wanja springt. Der Film fordert seine Zuschauer, stellt Fragen und zeigt ihnen eine manchmal verstörende Lebensrealität. Durch diese Darstellung ist die Assoziation zu Acid in Form eines Trips nicht weit entfernt. Auch wenn einem das Drama viel abverlangt, eines kann man Gorchilin und seinem sehr jungen Team nicht vorwerfen: mangelnde Authentizität. Der Film läuft im Arena im Original mit Untertiteln.

Acid - Kislota, Regie: Alexander Gorchilin, Originalversion mit dt. Untertiteln, Sonntag, 18. August, 19 Uhr, Arena Filmtheater, Hans-Sachs-Str. 7, 97 89 43 92