Filmfestspiele in Cannes Goldene Palme für französisches Flüchtlingsdrama "Dheepan"

Überzeugte die Jury mit seinem Werk über Flüchtlinge in Paris: der französische Regisseur Jacques Audiard mit der Goldene-Palme-Auszeichnung.

(Foto: AFP)
  • Als bester Film ist in Cannes das Werk "Dheepan" ausgezeichnet worden. Der französische Regisseur Jaques Audiard übt darin Kritik an Europas Flüchtlingspolitik.
  • In der Jury der 68. Filmfestspiele saßen die US-Regie-Brüder Joel und Ethan Coen.
  • Ein deutscher Beitrag war dieses Jahr nicht unter den 19 Kandidaten.

Jury in Cannes: "Dheepan" bester Film

Die Goldene Palme des Filmfestivals Cannes geht an das gesellschaftskritische Drama "Dheepan" des französischen Regisseurs Jacques Audiard. Audiard erzählt darin von einem Flüchtling aus Sri Lanka, der sich in einem heruntergekommenen Pariser Vorort mitten in einem Bandenkrieg wiederfindet. Der 63-jährige Regisseur war in Cannes bereits 2009 für sein Gefängnisdrama "Ein Prophet" mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet worden.

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Coen-Brüder in der diesjährigen Jury

Beim 68. Internationalen Filmfestival in Südfrankreich wurden an diesem Sonntagabend die Hauptpreise verliehen. Dabei ist die Goldene Palme die begehrteste Auszeichnung. Sie wird für den besten Film vergeben. In diesem Jahr konkurrierten im Wettbewerb 19 Filme. Die Preise wurden von einer Jury um die US-Regisseure Ethan und Joel Coen verliehen. Das Filmfest gilt als eines der weltweit wichtigsten Festivals der Branche.

Preise für Holocaust-Film und Kampfkunst-Epos

Der Große Preis der Jury, die zweitwichtigste Auszeichnung, bekam der ungarische Regisseur Laszlo Nemes für sein Holocaust-Drama "Son of Saul" (Sauls Sohn). Der Film über das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ist das Erstlingswerk des jungen Regisseurs. Der Preis für die beste Regie ging an den Taiwanesen Hou Hsiao-Hsien für das Kampfkunst-Epos "The Assassin", das im China des neunten Jahrhunderts spielt.

Als besten Darsteller ehrte die Jury den Franzosen Vincent Lindon für seine Verkörperung eines Langzeitarbeitslosen in "La loi du marché". Bei den Darstellerinnen gab es gleich zwei Auszeichnungen: Die US-Amerikanerin Rooney Mara gewann für die Patricia-Highsmith-Verfilmung "Carol" von Todd Haynes; die Französin Emmanuelle Bercot für das Ehedrama "Mon roi" der Regisseurin Maïwenn. Der Mexikaner Michel Franco wurde für "Chronic" um einen Palliativpfleger mit dem Preis für das beste Drehbuch geehrt. In der renommierten Nebenreihe "Un Certain Regard" wurde der isländische Beitrag "Hrútar" von Grímur Hákonarson als bester Film ausgezeichnet. Das Drama erzählt von zwei entfremdeten Brüdern, die auf einer Farm auf dem Land zusammenarbeiten müssen.

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Deutsche Beiträge fehlten diesmal im Rennen

Deutsche Beiträge gab es in diesem Jahr im Wettbewerb keine, auch keine Koproduktionen. Nach Deutschland ging die Goldene Palme zuletzt 1984: Damals wurde Wim Wenders für "Paris, Texas" geehrt. Im vergangenen Jahr hatte das türkische Drama "Winter Sleep" von Nuri Bilge Ceylan den Preis gewonnen.