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Filmfestival "We are one":Online vereint

Weltpremiere aus Israel, "Leabed Et Alice" von Sigal Avin, im Bild Ayelet Zurer.

(Foto: We Are One Global Filmfestival)

Die großen Filmfeste haben sich zusammengeschlossen und veranstalten in den kommenden Tagen ein Festival auf Youtube, als Ersatz für all die in diesem Jahr ausfallenden Festivals.

Eine Zufallsbegegnung im Zug, die nicht nur zu einer kreativen Zusammenarbeit, sondern auch in einen Film noir voll erotischer Obsessionen führt - das ist die Geschichte von "Leabed Et Alice" ("Losing Alice"). Der Serienpilotfilm der israelischen Regisseurin Sigal Avin spielt ganz in einer weiblichen Welt, es geht um die Filmemacherin Alice (Ayelet Zurer) und um die halb so alte Drehbuchautorin Sophie (Lihi Kornowski).

"Leabed Et Alice" ist eine der Weltpremieren des "We Are One Global Film Festival", das am Freitag frei zugänglich auf Youtube startet und zu Spenden im Kampf gegen Covid-19 aufruft. Wie bei einem klassische Festival haben die Filme feste Anfangszeiten, die man mit der Youtube-Premierenfunktion vormerken kann, bei "Leabed Et Alice" erhält man dann zum Beispiel einen Erinnerung am Freitag um 16.45, wenn es losgeht.

Das "We Are One"-Festival ist eine Initiative von Robert De Niros und Jane Rosenthals Tribeca-Filmfest, das wie so viele Veranstaltungen weltweit in diesem Jahr nicht stattfinden kann. Es haben sich aber noch 20 andere bedeutende Festivals angeschlossen, darunter Cannes, Venedig und die Berlinale, außerdem Sundance, Locarno, Toronto, Karlovy Vary, London, Jerusalem, Sydney, Tokio, Mumbai, Marrakesch und einige mehr.

Sie alle steuern Filme bei, die sie entdeckt und eigentlich für ihr eigenes Programm kuratiert hatten. Dabei sind keine abendfüllenden Anwärter auf Goldene Palmen, Löwen, Bären oder wie die Preise sonst so heißen. Oft sind es Kurzfilme aus vergangenen oder vergeblich organisierten Programmen, gelegentlich auch Werkstattgespräche mit Filmemachern. "Leabed Et Alice" soll als Pilotfilm zum Beispiel Lust auf eine achtteilige Serie machen, der Film ist eine Einreichung des Jerusalem Film Festivals.

Die Berlinale wiederum schickt einen Klassiker des Neuen Deutschen Films, Ulrike Ottingers "Bildnis einer Trinkerin" von 1979, mit der kürzlich verstorbenen Tabea Blumenschein. Außerdem zwei Gesprächsaufzeichnungen aus dem diesjährigen Jubiläumsprogramm: Da redet der Oscar-Preisträger Ang Lee mit dem japanischen Cannes-Gewinner Hirokazu Koreeda, und Claire Denis mit Olivier Assayas in einer sehr französischen Begegnung.

youtube.com/WeAreOne, 29. Mai - 7. Juni

© SZ vom 29.05.2020/cag/cat
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