Expo-Pavillons in MailandVom Absurden, Schönen und Bösen

Welche Nation führt das Expo-Motto Nachhaltigkeit ad absurdum? Wer nahm den Mund zu voll? Und warum floppt auch der deutsche Bau? Ausgewählte Pavillons in der Kurzkritik.

Von Laura Weißmüller, Mailand

Eine Expo ist eine Mischung aus Oktoberfest und Staatsbankett. Das klingt nicht nach Ressourcen schonender Nachhaltigkeit, und das ist es auch nicht. Was die 148 teilnehmenden Länder und internationalen Organisationen auf dem 1,1 Millionen Quadratmeter großen Gelände im Nordwesten Mailands stattdessen bis zum 31. Oktober veranstaltet, ist ein kurzweiliges Unterhaltungsprogramm mit immensem Energieverbrauch. Die Millionen purzeln da nur so, nicht nur bei den erwarteten Besucherzahlen - 20 Millionen - sondern auch bei den Ausgaben. Eine Milliarde Euro sollen allein die Teilnehmer für ihren Beitrag bezahlt haben. Für Mailand und den Staat Italien dürften die Kosten noch höher liegen, schließlich hat die Stadt die Weltausstellung zum Anlass genommen, immense Infrastrukturprojekten anzuschieben - die aber zum großen Teil nicht rechtzeitig zum 1. Mai fertig geworden sind.

Bild: AFP 30. April 2015, 16:122015-04-30 16:12:18 © SZ.de/jobr/rus