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Die CDs der Woche - Popkolumne:KT Tunstall

Die schottische Sängerin und Songwriterin KT Tunstall wurde Mitte der Nullerjahre bekannt. Zuerst im britischen Fernsehen mit einer Version ihres Songs "Black Horse and the Cherry Tree", bei der sie mit Hilfe eines kleinen Loop-Pedals und einer akustischen Gitarre gekonnt eine ganze Band simulierte. Den Durchbruch bedeutete dann ihr hinreißender Indiepop-Hit "Suddenly I See". Das Album zum Hit "Eye To The Telescope" verkaufte sich danach unglaubliche zweieinhalb Millionen Mal. Ein neuer weiblicher Indie-Star war geboren. Die nächsten Alben hatten dann auch wieder gute Momente. Aber anders als Feist, die fast zur selben Zeit zum weiblichen Indie-Star wurde, hat KT Tunstall die deutlich stämmigere Stimme, weshalb sie immer Gefahr läuft, wie eine klassische Rockröhre zu klingen. Das jedoch, macht ihren Sound und ihre Songs gelegentlich gewöhnlicher, langweiliger, als sie sein müssten.

"Invisible Empire / Crescent Moon" von KT Tunstall

Auf "Invisible Empire / Crescent Moon" gelingt KT Tunstall ein wunderbar hingetupfter Neo-Folk-Song - mehr aber nicht.

(Foto: Virgin)

Es ist besonders im Popgesang ja doch meistens eine Tugend, gerade nicht an die Grenzen seiner Fähigkeiten zu gehen, sondern ganz entspannt immer ein bisschen sein eigenen Möglichkeiten hinterherzuwackeln. Beim neuen, vierten Studioalbum "Invisible Empire / Crescent Moon" ist man ganz in diesem Sinne schon nach ein paar Takten des ersten Songs "Invisible Empire" ganz bezaubert. Was für eine leicht gebrochene, aber entspannte Stimme, was für ein wunderbar hingetupfter Neo-Folk-Song! Der übrigen zwölf Songs des Albums sind dann jedoch im Grunde verblüffend glanz- und einfallsloser Country-Folk. Sei's drum. Hören sie sich einfach 13 Mal hintereinander "Invisible Empire" an!

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