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Die CDs der Woche - Popkolumne:Tricky

Wow: Jemand, der geboren wurde, als Trickys Debütalbum "Maxinquaye" erschien, darf bei der kommenden Bundestagswahl schon wählen. 18 Jahre ist es her, dass der Musiker und Rapper aus dem Massive Attack-Dunstkreis das Genre TripHop mitprägte (auch wenn er die Bezeichnung immer hasste). Nach seinen frühen Erfolgen wurde es ziemlich chaotisch, er versuchte Reggae, Rock, Lärm, HipHop, immer unberechenbarer, leider auch immer egaler.

Das Album "False Idols" von Tricky

Auf seinem Album "False Idols" stolpert Tricky über schwermütige Beats.

(Foto: !K7)

Jetzt hat er mit dem Album "False Idols" (!K7) endlich wieder seine Form gefunden. Und was macht er? Eigentlich rührend, ja: TripHop. Schwermütig stolpernde Beats, düstere Klangwolken, verhuschte Stimmen, hypnotische Wiederholungen. Wenn einem diese Musik in den 90er Jahren etwas bedeutet hat, dann ist das hier wie Heimkommen. Für viele andere möglicherweise nur altmodischer Kram. Und Tricky selbst? Den kümmert es nicht groß, was die Leute denken. Er zieht einfach Kreise in seinem eigenen nebligen Kosmos, weiter und weiter und immer weiter. Da kann man, nach all den Jahren, auf jeden Fall mal wieder ein bisschen mitkreisen.

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