bedeckt München
vgwortpixel

Die CDs der Woche - Popkolumne:Und als Dessert Gitarrensolo

Das Album "Places" von Lou Doillon

Lou Doillon singt auf ihrem Album "Places" von Liebe und Schwermut.

(Foto: Universal)

Das Album von Joe Satriani ist superschnell, superkompliziert, aber leider nicht super. Jane Birkins Tochter Lou Doillon balanciert sich gut durch ihr Liebesalbum, während für Orchid die spaßigen siebziger Jahre noch nicht vorbei sind - zum Lesen und Hören in unserer Popkolumne.

Lou Doillon

Models, die singen - das geht gern mal schief, außer in Frankreich, da kriegen sie es meistens unpeinlich hin (und heiraten sogar Präsidenten). Lou Doillon ist nicht nur Model, sondern auch die Tochter von Jane Birkin, die einst "Je t'aime" mit Serge Gainsbourgh sang, also gewissermaßen französischer Hochadel. Letztes Jahr veröffentlichte Doillon ein Debütalbum mit sommerwindleichtem Folkpop, die Franzosen mochten es sehr (Platz 3 der Charts), jetzt erscheint "Places" (Universal) auch hier.

Doillon singt auf englisch, meint es oft sehr ernst mit ihren Geschichten von Liebe und Schwermut, balanciert sich aber gut durch, ohne Kirchentagspathos, ohne Liedermacherklischees. Da steckt viel Pariser Melancholie drin (das Akkordeon auf "Defiant", also bitte, funktioniert immer), sie schafft intime Momente, die an Cat Power erinnern, und wenn es zu glatt zu werden droht, singt sie vergnügt eine schräge zweite Stimme zu ihren eigenen Refrains. Ein paar richtige Ausreißer nach oben könnte das Ganze vertragen, aber auch so: ein angenehmes Album. Fehlen nur noch die warmen Sommernächte, zu denen es so gut passen würde.