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Neu im Kino: "The First Avenger: Civil War":Captain America ist die FDP unter den Superhelden

"The First Avenger: Civil War" im Kino

Wer zuerst blinzelt, verliert: Captain America und Iron Man.

(Foto: Walt Disney Company)

Müssen Superhelden unter staatliche Kontrolle gestellt werden? In "The First Avenger: Civil War" kämpfen Iron Man und Captain America gegeneinander. Heraus kommt ein spannender Politthriller.

Im dritten Teil der "Captain America"-Reihe prügeln sich die Superhelden gegenseitig windelweich, weil sie sich über der Frage zerstritten haben, ob Superheldeneinsätze künftig nur noch mit einem Mandat der Vereinten Nationen möglich sein sollen.

Auf jeden Fall, sagt der Iron Man (Robert Downey Jr.) - er ist in diesem Film ein eifriger Verfechter des Völkerrechts. Nix da, sagt Captain America (Chris Evans), der durch seine unkaputtbare Liberalismuslust, die außer ihm niemand versteht, so etwas wie die FDP unter den Superhelden geworden ist. Es gibt also Streit und eine große Hatz um die halbe Welt - Lagos, Wien, Berlin -, und schließlich einen wilden Showdown in Sachsen. Hier demolieren die beiden Streithähne den Flughafen Leipzig/Halle, weil es ja nicht immer New York sein kann.

Pragmatische Finanzjongleure arrangieren Cape-und-Hammer-Action

Wer aufgrund dieser Handlung nun mutmaßt, dass sie drüben in Hollywood endgültig verrückt geworden sind mit ihrem Superheldenschmarrn, der ist allerdings auf der falschen Fährte. Denn das Actionspektakel "The First Avenger: Civil War" ist trotz seiner irren Handlung und seiner größenwahnsinnigen Spezialeffekte das Musterbeispiel eines sehr bodenständigen Pragmatismus, der sich gerade unter Hollywoods Lohnarbeitern breitmacht.

Dort einen großen Film finanziert zu bekommen, in dem die Protagonisten keine Capes tragen, ist quasi unmöglich geworden. Möchte man als Regisseur große Blockbuster machen, führt also kaum ein Weg an der Superheldenmaschinerie vorbei. Und diese verlangt nach einer neuen Generation von gut geerdeten Filmemachern, die mehr oder weniger eierlegende Wollmilchsäue sein müssen.

Auf der einen Seite müssen sie die Nerven der Aktionäre beruhigen, indem sie verantwortungsvoll mit ihren riesigen Budgets umgehen und pünktlich mit einem fertigen Film aus dem Schneideraum kommen. So eng getaktet wie im Superheldenzeitalter waren die Produktionspläne in Hollywood noch nie. Gesucht sind also veritable Streber, keine verrückten Exzentriker. Welcher Geldgeber will schon einen Kinosonnenkönig à la Coppola oder Pasolini am Set, der dann mit seinen Autorenfilmerlaunen den teuren Betrieb aufhält.

Auf der anderen Seite sollen die Regisseure das Superheldengenre aber immer auch ein bisschen subversiv und selbstironisch unterwandern, damit es den Zuschauern nicht langweilig wird. Sprich: sie dürfen keine reinen Hollywood-Handwerker sein, sondern müssen trotzdem so etwas wie eine individuelle Handschrift besitzen, damit hinterher noch irgendjemand "Iron Man 2" von "Captain America 3" unterscheiden kann.

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