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CDs der Woche - Die Retrokolumne:XTC

Wie entscheidend die Wahl des richtigen Produzenten sein kann, musste 1986 auch die britische New-Wave-Band XTC erfahren, als sie sich auf Drängen ihrer Plattenfirma für ihr Album "Skylarking" mit dem altgedienten Bombastrocker Todd Rundgren zusammentat , was laut Linernotes der nun neu abgemischten Re-Issue (Ape House/Virgin) zu einer Art Studiokleinkrieg führte, der unerwartete Blüten trieb.

Rundgren, der Multinstrumentalist und Maniker, sah in dem poppigen Songmaterial nämlich ein Konzeptalbum, das nach einer entsprechenden Orchestrierung verlangte - mit Vögelgezwitscher, elegischen Streichern und singenden Kindern. Also etwas in der Art von "Pet Sounds", mindestens. Der Popkritiker Diedrich Diederichsen nannte das seinerzeit "oberharmloses Kunsthandwerk", einen "Spinnergarten", durch den zu streifen aber schon ein gewisses Vergnügen sei.

XTC At the Edge, Toronto, 1977/78

Auch heute klingt XTCs "Skylarking" völlig überambitioniert und einfach großartig.

(Foto: Jean-Luc Ourlin/CC-by-sa-2.0)

Auch von heute aus betrachtet bleibt "Skylarking" pophistorisch eine Fußnote. Es wirkt noch immer überambitioniert, dabei einem eigentümlichen Privatuniversum verpflichtet, sehr nahe an den Beach Boys gebaut und bis in die letzte Tonspur überproduziert. Mit anderen Worten: Es ist ganz und gar großartig.

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