Brianna Wiest: "101 Essays":Ihre Spezialität: Scheinklugheit

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Brianna Wiest: "101 Essays": "Endgültige Aussagen über Ideen oder Personen zu machen, heißt, blind für die Vielzahl an möglichen Perspektiven zu sein." Brianna Wiest.

"Endgültige Aussagen über Ideen oder Personen zu machen, heißt, blind für die Vielzahl an möglichen Perspektiven zu sein." Brianna Wiest.

(Foto: Janelle Putrich)

"101 Essays, die dein Leben verändern werden" ist der Ratgeber-Superbestseller des Jahres. Doch viele Erkenntnisse darin sind nicht bloß triviale Allerweltsweisheiten, sondern schlicht falsch.

Von Juliane Liebert

In der ersten Folge der britischen Comedyserie "Black Books" verschluckt Manny, einer der drei Hauptcharaktere, ein Selbsthilfebuch. Zugegeben, ein sehr kleines Selbsthilfebuch - das "Little Book Of Calm". Manny kauft es, weil sein Job ihn stresst, und verschluckt es versehentlich. Man denkt erst, er würde daran zugrunde gehen, aber es löst sich in ihm auf, und er verwandelt sich in eine jesusähnliche Lichtgestalt, die durch die Gegend läuft und Leuten ihre Ratschläge aufdrückt. Einer Frau, die vor Schmerzen schreiend in den Wehen liegt, rät er mit tief erleuchteter Gelassenheit: "Wenn Sie sich unter Druck fühlen, tun Sie etwas anderes. Krempeln Sie die Ärmel hoch, oder essen Sie eine Orange." Die Frau ist nicht begeistert. Dabei wird sie - da dieser Artikel auf Deutsch verfasst ist - wenigstens gesiezt. Bei der 1992 geborenen amerikanischen Autorin Brianna Wiest hat man dieses Glück nicht.

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