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Barcelona:Sagrada Familia erhält Baugenehmigung - nach 137 Jahren

Touristen sonnen sich auf einer Hotelterrasse in Barcelona.

Sonnenbaden und Sagrada Familia - zwei Gründe, die Touristen nach Barcelona locken.

(Foto: AFP)

Bisher war Spaniens berühmteste Baustelle illegal. Künftig dürfen Architekten und Bauarbeiter an Gaudís unvollendeter Basilika arbeiten, ohne das Gesetz zu brechen. Die offizielle Genehmigung kostet allerdings Millionen.

Die "Unvollendete" hat eine offizielle Baugenehmigung erhalten. 137 Jahre nach Baubeginn haben spanische Behörden die Arbeiten an der Sagrada Familia in Barcelona erlaubt. Die Basilika gilt als Lebenswerk des legendären Architekten Antonio Gaudí (1852-1926). Die Baugesellschaft muss für die Genehmigung gut 4,6 Millionen Euro zahlen.

Die linke Stadtverwaltung von Bürgermeisterin Ada Colau - einer ehemaligen Hausbesetzerin - hatte kurz nach ihrem Amtsantritt im Jahr 2015 herausgefunden, dass die berühmteste Baustelle Spaniens keine offizielle Erlaubnis besaß. Die Kirche werde nun "wie alle zahlen" und genieße "keinerlei Privilegien mehr", wurde die zuständige Stadtplanerin Janet Sanz am Samstag in der Zeitung La Vanguardia zitiert. "Bisher wurde illegal gebaut. Endlich wird eine historische Anomalie unserer Stadt gelöst."

Die Genehmigung ist bis 2026 gültig, das Jahr, in dem sich Gaudís Tod zum 100. Mal jährt. Bis dahin soll das Bauwerk fertiggestellt sein. Zudem wurde vereinbart, dass die Baugesellschaft 36 Millionen Euro zahlen muss, um die negativen Auswirkungen der Bauarbeiten auf die Nachbarschaft zu mildern.

Bis zur Fertigstellung werden wohl noch Kosten in Höhe von 374 Millionen Euro entstehen

Der 1882 begonnene Bau soll 2026 nach 144 Jahren vollendet werden. Bis dahin dürften zusätzliche Ausgaben in geschätzter Höhe von insgesamt 374 Millionen Euro nötig sein. Das Geld stammt ausschließlich aus Spenden und Eintrittsgeldern. Der höchste der Türme soll 2022 fertig werden und eine Höhe von 172,5 Metern haben. Damit wird die Sagrada Familia die höchste Kirche der Welt. Man trägt beim Bau aber dem Wunsch Gaudís Rechnung, wonach sie auf keinen Fall höher sein soll als Barcelonas Hausberg Montjuïc (180 Meter).

2010 wurde die Sagrada Familia von Papst Benedikt XVI. zur Basilika geweiht. Sie ist ein Wahrzeichen Barcelonas und eine der meistbesuchten Touristenattraktionen Spaniens. Der Sakralbau vereint die Stile der Neugotik und der Moderne. Gaudí gilt als Hauptvertreter des katalanischen Modernisme. Seit 2005 ist die Kirche auch Unesco-Weltkulturerbe.

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