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Bachmann-Preis für Jens Petersen:Von Liebe und Tod

Der deutsche Autor Jens Petersen hat in Klagenfurt den Ingeborg-Bachman-Preis gewonnen - für einen düsteren Text über eine tragische Liebesbeziehung.

Der berührendste Text erhielt am Ende den Preis: Jens Petersen, aus Pinneberg bei Hamburg stammender und in Zürich lebender Arzt und Schriftsteller, hat am Sonntag in Klagenfurt den 33. Ingeborg-Bachmann-Preis gewonnen. Nach einem dreitägigen Vorlesemarathon stimmte die Mehrheit der sieben Juroren im zweiten Wahlgang für einen Auszug aus seinem noch unveröffentlichten Roman "Bis dass der Tod...". Der renommierte Preis ist mit 25.000 Euro dotiert.

Jens Petersen, Ingeborg Bachmann-Preis, Klagenfurt, "Bis dass der Tod", Jury, Literaturpreis; Foto: Reuters

"Bis dass der Tod" heißt der Roman, aus dem der deutsche Autor Jens Petersen beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb las.

(Foto: Foto: Reuters)

In dem düsteren Text von Petersen geht es um eine Liebesbeziehung und ihr tragisches Ende. Ein Mann erschießt seine seit vielen Jahren pflegebedürftige Partnerin, schafft es dann aber - zumindest in dem vorliegenden Text-Auszug - nicht, sich danach selbst das Leben zu nehmen. "Bis dass der Tod" ist ein Ausschnitt eines noch unveröffentlichten Romans des Autors, der für seine Arbeiten in den vergangenen Jahren bereits mehrere Literatur- und Förderpreise erhalten hat. Seinen ersten Roman veröffentlichte der Mediziner mit "Die Haushälterin" im Jahr 2005.

Sein unter den Juroren kaum umstrittener, als "beklemmend" charakterisierter Beitrag war vom deutschen Vorsitzenden der Jury, Burkhard Spinnen, für den Wettbewerb vorgeschlagen worden. Einer der sieben Juroren, von denen vier erstmals in Klagenfurt teilnahmen, bezeichnete Petersens detaillierte und schmerzhafte Beschreibungen der Verzweiflungstat als "post-apokalyptische Landschaften".

Alle fünf im Rahmen der 33. Klagenfurter "Tage der deutschsprachigen Literatur" vergebenen Preise gingen in diesem Jahr an Deutsche. Der von der Stadt Klagenfurt gestiftete Bachmann-Preis gilt seit seiner Gründung 1977 als einer der wichtigsten Literaturpreise im deutschsprachigen Raum. Er ist nach der in Klagenfurt geborenen Dichterin Ingeborg Bachmann (1923-1973) benannt. Zu dem Wettbewerb waren insgesamt acht Deutsche, vier Österreicher und zwei Schweizer eingeladen.

Beobachter des in diesem Jahr wieder auf drei Lesetage ausgeweiteten Vorlese-Wettstreits kritisierten vor allem nach dem ersten Tag einen Mangel an neuen Ideen im Bachmann-Wettbewerb. Den originellsten Beitrag leistete hier wohl der Wiener Philipp Weiss, bei dessen Erzählung "Blätterliebe" es um den Schaffensprozess eines Schriftstellers geht. Nach der Lesung verspeiste Weiss vor Jury und Publikum sein elfseitiges Manuskripinget.

Kaum einer der 14 Beiträge, die von der Jury aus mehr als 1000 Einsendungen ausgewählt wurden, konnte während der drei Wettbewerbstage die Zustimmung aller Juroren finden. Neben Petersens Text waren dies vielleicht noch Ralf Bönts Romanauszug "Der Fotoeffekt", der aus der Sicht eines Lichtteilchens aus dem Leben des britischen Forschers Michael Faraday und seiner Frau erzählt. Bönt erhielt den mit 10.000 Euro dotierten Kelag-Preis.

Karsten Krampitz (Berlin) wurde für seinen Beitrag "Heimgehen" zur jüngsten deutsch-deutschen Geschichte mit dem über das Internet vergebenen und mit 7000 Euro dotierten Publikumspreis ausgezeichnet. Der mit 7500 Euro dotierte 3sat-Preis ging an den in Schwerin geborenen Gregor Sander für "Winterfisch". Den Ernst-Willner-Preis (7000 Euro) erhielt die in Berlin lebende Autorin Katharina Born für ihren Text "Fifty Fifty", der sich mit einer "Beziehungskiste" der 68er-Generation auseinandersetzt.

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