Asterix-Comic Die spinnen, die Teenies

Im Herbst erscheint der neue Asterix-Band "Die Tochter des Vercingetorix".

(Foto: AFP)

Im Herbst erscheint der nächste Asterix-Band, jetzt wurde der Titel enthüllt: "Die Tochter des Vercingetorix" bringt Pubertätsprobleme in das gallische Dorf.

Von Joseph Hanimann, Paris

Zu den obligatorischen Zutaten zu jedem "Asterix" gehört neben dem Zaubertrank, den Prügeleien und dem Wildschweingelage in der Schlussszene die Geheimniskrämerei um den jeweils folgenden Band. Von dem für Herbst angekündigten 38. Heft wurden nun zumindest der Titel und ein paar Hinweise bekanntgegeben. "Die Tochter des Vercingetorix" soll er heißen.

Ein Teenager also, wie der ins Bild fallende Schatten auf der provisorischen Coverzeichnung schließen lässt, als Hauptfigur? Ja, es handle sich um ein junges Mädchen, das mit seiner Abstammung von dem durch die Römer besiegten Arverner-Häuptling Vercingetorix fertigzuwerden habe, bestätigt der Szenarist und Texter Jean-Yves Ferri. Der Zeichner Didier Conrad sitzt noch beim Kolorieren. Seit 2013 bestreitet dieses Duo in der Nachfolge von René Goscinny und Albert Uderzo die im Zweijahresrhythmus erscheinenden "Asterix"-Bände. Es wird der vierte Band ihrer Zusammenarbeit sein. Am 24. Oktober soll er weltweit mit einer Startauflage von fünf Millionen Exemplaren erscheinen.

Titelheldinnen hat es bisher erst drei gegeben in der Serie und als Alleininhaberin überhaupt noch keine. Mit dieser neuen Figur knüpft die Serie von den gallischen Streithähnen an ihre Anfänge an. In "Asterix der Gallier" sah man den geschlagenen Vercingetorix bei Alesia vor Cäsar die Waffen niederlegen. Dass er eine Tochter gehabt haben soll, die den neuen Herrschern entkam, war damals noch nicht zu ahnen.

Der Fund einer keltischen Halsspange inspirierte zur Pubertätsgeschichte

Es könne den Römern nur ungelegen sein, wenn eine Nachfahrin des Besiegten noch auf freiem Fuß im Land unterwegs sei, deutet Ferri an. Und ausgerechnet im Dorf der widerspenstigen Gallier Asterix und Obelix soll sie nun Unterschlupf gefunden haben. Auf die Idee dieser Geschichte sei er vor drei Jahren durch den archäologischen Fund einer keltischen Halsspange mit enigmatischer Aufschrift gekommen, erklärt der Szenarist. Diesen Aspekt kombiniert er mit dem modernen Gesellschaftsthema eines Mädchenlebens zwischen Erblast, Selbstbestimmung, Pubertät, Eigensinn, Gesellschaftszwang und politisch komplizierter Gesamtsituation.

Das Jahr 2019 ist ein Asterix-Jahr. Vor 60 Jahren wurde, zunächst im Magazin Pilote, die Comic-Serie lanciert. Vor 30 Jahren wurde der Asterix-Freizeitpark nördlich von Paris eröffnet. Von Juni an wird dort zusätzlich zu den Kinderattraktionen eine Dauerausstellung über die Geschichte von Asterix zu sehen sein. Die Pariser Nationalbibliothek bereitet eine Ausstellung mit den Originalblättern des ersten Bandes vor. An der Comédie-Française werden Auszüge szenisch gelesen. Die französische Post gibt eine spezielle Briefmarkenserie heraus und die Monnaie de Paris kreiert eine Sondermünze von zwei Euro. So sollten am Ende auch die Kassen stimmen. Denn Aufbegehren und Widerstand haben über Frankreich hinaus weiterhin Konjunktur.

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