bedeckt München 16°

SZ-Werkstatt:Sie kommen gerne

Ulrich Schäfer, gemeinsam mit Marc Beise Leiter der SZ-Wirtschaftsredaktion, beschreibt, wie aus einem kleinen "Führungstreffen Wirtschaft" über die Jahre der dreitägige "Wirtschaftsgipfel" der SZ in Berlin wurde.

Von Ulrich Schäfer

Als Josef Ackermann vor acht Jahren auf dem Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung sprechen sollte (der damals noch ein wenig sperrig "Führungstreffen Wirtschaft" hieß), da fragte der damalige Chef der Deutschen Bank seinen Sprecher, was er denn da solle; die SZ sei doch kein Wirtschaftsfachblatt. Fürwahr, da hatte Ackermann recht; er kam trotzdem - oder gerade deshalb, wie ein Vertrauter später mal verriet.

Der SZ-Wirtschaftsgipfel, der nächste Woche zum neunten Mal stattfindet, ist seither stetig gewachsen: in der Zahl der Referenten (damals 27, diesmal 52), der Zahl der Frauen auf dem Podium (damals eine, diesmal 14) und auch der Länge (damals ein Tag, seit mehreren Jahren nun drei Tage). Er ist zudem transparenter geworden: Im ersten Jahr war es eine geschlossene Veranstaltung, inzwischen berichten Agenturen, TV-Sender und andere Zeitungen (und die SZ auf allen Kanälen: gedruckt, digital, in den sozialen Medien und per Livestream). Der Kongress, gedacht als Ort des Austauschs zwischen Wirtschaft und Politik, ist zudem internationaler geworden. Diesmal kommen Redner aus sechs Nationen, aus Deutschland, Frankreich, Indien, der Schweiz und den USA, dazu der österreichische Kanzler Werner Faymann, der am Donnerstag die Eröffnungsrede hält.

Ulrich Schäfer leitet mit Marc Beise die SZ-Wirtschaftsredaktion. Gemeinsam gestalten die beiden auch das Programm des SZ-Wirtschaftsgipfels.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Dass Staats- und Regierungschefs zum Gipfel im Hotel Adlon kommen, hat inzwischen schon Tradition: Vor sieben Jahren war es Russlands Präsident Wladimir Putin, es folgten die Ministerpräsidenten Frankreichs, Italiens und Griechenlands. Auch die Kanzlerin sprach schon mehrmals dort. Wer kommt, der darf aber danach keine Hofberichterstattung erwarten - die Kanzlerin weiß das, und auch Ackermann durfte das in den Jahren danach spüren, als die SZ sehr kritisch über die Fehler der Deutschen Bank in der Finanzkrise berichtete.

© SZ vom 14.11.2015
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema