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Vorbereitung auf die Gehaltsverhandlung:Mehr Mut zum Selbst-Marketing

Sich darüber klarzuwerden, was man in den vergangenen Monaten erreicht hat, hilft Ihnen bei der Selbsteinschätzung weiter. Zögern Sie aber nicht, ihre Teilerfolge auch der Chefin beziehungsweise dem Chef zu vermitteln. Und zwar schon bevor Sie bei ihr oder ihm im Büro sitzen und nach mehr Gehalt fragen. "Gutes zu tun, ist nur die eine Seite der Medaille, darüber zu reden, die andere", rät die Karriereberaterin. Halten Sie deshalb Ihre Vorgesetzten regelmäßig über Ihre Arbeit auf dem Laufenden. Vereinbaren Sie nach abgeschlossenen Projekten Feedbackgespräche. Informieren Sie Ihre Vorgesetzten über den erfolgreichen Abschluss mit einem Neukunden. Nach einer Veranstaltung erhalten Sie begeisterte Dankesmails von den Teilnehmern? Lassen Sie das auch Ihren Chef wissen. So leisten Sie wichtige Vorarbeit für das eigentliche Gehaltsgespräch.

Für den konkreten Termin sollten Sie Ihre Argumente je nach Branche noch einmal zuspitzen. Ein Trick: "Nutzen Sie die Macht der Zahlen, denn die meisten Chefs sind kühle Rechner", rät Friedrichsen. Eine Umsatzsteigerung von 25 Prozent, Reduzierung der Reklamationsquote um 50 Prozent, Berichterstattung über Ihre Unternehmensinnovation in soundsoviel relevanten Branchenmedien - Leistungen, die Sie konkret mit Zahlen belegen können, beeindrucken und bleiben im Gedächtnis vieler Vorgesetzter leichter haften.

Wie steht das Unternehmen da?

Bevor Sie jetzt gleich einen Termin fürs Gehaltsgespräch machen, bleibt ein letzter wichtiger Bereich, über den Sie so gut wie möglich informiert sein sollten: die Situation Ihres Unternehmens. Expandiert Ihre Firma, entwickeln sich die Geschäftszahlen bestens oder laufen aktuell Kürzungsrunden, zeichnet sich ein Umsatzeinbruch ab? "Herrscht gerade Flaute, stoßen Sie bei Ihrem Chef mit Ihrer Forderung nach mehr Lohn garantiert auf taube Ohren", so die Einschätzung von Heike Friedrichsen. Stehen hingegen alle Zeichen auf Wachstum, dann sollte das auch für Ihr Gehalt gelten.

Beachten Sie außerdem die Konstellation in Ihrer Abteilung und Ihrem Team. Hat Ihr direkter Vorgesetzter gerade Ärger mit seinem eigenen Chef, dann stehen die Chancen schlecht, dass er sich engagiert für Ihre Gehaltswünsche einsetzt. Ist gerade ein Kollege mit ähnlichem Profil zu einem Wettbewerber gewechselt und Sie sind aktuell der einzige Mitarbeiter mit Expertenwissen, dann nutzen Sie diese günstige Ausgangslage.

Ihre Erwartungen sollten Sie trotz bester Vorbereitung nicht zu hoch schrauben. "Mehr als zehn Prozent sind üblicherweise nicht drin, meist sogar noch weniger", weiß Friedrichsen. Und schon fünf Prozent mehr Gehalt seien ein gutes Ergebnis.

© Süddeutsche.de/dd/jobr/edi
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