Die Freundinnen

Das macht sie aus: Niemand kann ihnen entkommen. Sie kennen sich aus der U-Bahn oder aus dem Bus und fahren jeden Morgen zur gleichen Zeit gemeinsam zur Arbeit. Wenn eine mal fehlt, ist es gleich viel ruhiger, besonders auffallend ist, wenn die eine mit dem Schnarchreflex beim Lachen nicht dabei ist. Hemmungslos bringen sie alle Themen vor, die sie beschäftigen: Ehemänner, Niedriggarmethoden, Sehnenscheidenentzündungen, Hausmittel für bettnässende Enkel und die Befindlichkeiten der ganzen Nation. Fehlt nur noch Kaffee und Kuchen auf der Sitzbank. Die Mitfahrer sind ab und zu genervt, dank der Mädels aber auch immer auf dem Laufenden und manchmal dankbar für Inspiration in der Küche.

Das wichtigste Utensil: Gute Laune und Tempotaschentücher.

Der erste Satz im Büro: "Und, wie läuft's?"

Das würden sie nie zugeben: So ganz kalt lässt es die Freundinnen nicht, wenn sie mitkriegen, was andere Mitfahrer an scheinbar spannendem Zeitvertreib dabei haben. Zum nächsten Weihnachtsfest wär so ein Kindle ja mal was. Aber wie nur den anderen beibringen?

Dorothea Grass

Bild: Katharina Bitzl 27. Januar 2015, 09:242015-01-27 09:24:35 © SZ.de/mkoh